09:48 18 Januar 2020
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    Bislang haben die Forscher den Mechanismus des Einflusses der Schwerelosigkeit auf die Augenstruktur der Astronauten nicht exakt definieren können. Eine von den Forschern durchgeführte diesbezügliche Studie wurde im Fachmagazin „JAMA Ophtalmology“ veröffentlicht.

    In den letzten Jahren waren Mediziner, die mit den US-amerikanischen Astronauten arbeiteten, öfters mit Beschwerden über eine Verschleierung der Sehkraft und über Kopfschmerzen konfrontiert. Diese Symptome wurden laut dem Blatt bei Astronauten beobachtet, die sich längere Zeit an Bord der ISS aufhielten, aber nicht bei denjenigen, die nur wenige Tage oder Wochen unter Bedingungen der Schwerelosigkeit gelebt hatten.

    Die Fachleute haben festgestellt, dass sich nach einem langen Aufenthalt im Weltraum die Dicke der Netzhaut und die Struktur der Aderhaut verändert hatten. Sie setzten sich deshalb das Ziel, auf der Erde Bedingungen zu schaffen, mit denen Astronauten üblicherweise konfrontiert sind. Dafür hatten sie Freiwillige herangezogen, die einverstanden waren, einige Wochen liegend auf einem geneigten Bett zu verbringen. Die Wissenschaftler wollten auf diese Weise eine mäßige dauerhafte Erhöhung des Hirndrucks erzeugen, die von den Freiwilligen empfunden wurde, und so die Bedingungen einer Belastung für die Augen schaffen, die jenen ähnlich waren, die die Astronauten in der Schwerelosigkeit erleben.

    Die Studie dauerte von 2012 bis 2018. Während dieser Zeit hatten die Forscher mehrmals die Bedingungen des Experiments geändert, bis sie optimale Kennwerte erzielt hatten - darunter der Neigungswinkel des Bettes von 6 Grad und der erhöhte Kohlensäuregasgehalt – wie an Bord der ISS.

    Im Ergebnis des Experiments wurde festgestellt, dass die Dicke der Netzhaut sich verändert hätte – sowohl bei den Testpersonen als auch bei den Astronauten, dabei erwies sie sich bei den ersten dicker als bei der ISS-Crew. Die Aderhautstruktur hatte sich demnach wegen der dauerhaften geneigten Liegeposition auf der Erde nicht verändert, was indes oft im Zuge des längeren Aufenthalts im Weltraum passiert. Dies führte die Forscher zu der Vermutung, dass die Augennetzhautstruktur im Weltraum und auf der Erde von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird.

    Die Wissenschaftler hoffen, dass derartige Studien und Informationen ihnen helfen werden, Maßnahmen zum Schutz der Augen von Astronauten zu entwickeln.

    ek/mt

     

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    Tags:
    Experiment, Sehkraft, Schwerelosigkeit, ISS, Erde, Weltraum, Astronauten