09:49 07 Juli 2020
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    Der Name „Holland“ darf in Bezug auf das im nördlichen Westeuropa liegende Land mit der Hauptstadt Amsterdam nicht mehr verwendet werden. Seit dem 1. Januar 2020 heißt es nur noch „die Niederlande“, wie der Rundfunksender NOS berichtet.

    Nun sollen Unternehmen, Behörden, Botschaften, Medien und Universitäten ausschließlich diesen offiziellen Landesnamen verwenden.

    Mit der Umbenennung, die 200.000 Euro kosten soll, will die Regierung Klischees wie Tulpen und Windmühlen, sowie die Rotlichtviertel- und Kiffer-Assoziationen loswerden. Das Land sehe sich lieber als modern und weltoffen, hieß es. Die Niederlande möchten sich als ein in Bereichen wie Technologien, Sport und Kultur hochentwickeltes Land profilieren, zitiert der Sender die Handelsexpertin Kitty Koelemeijer von der Wirtschaftsuniversität Nyenrode.

    Außerdem sollen infolge des Rebrandings die Besucherströme innerhalb des Landes umverteilt werden Bisher haben die meisten Touristen nur den historischen Raum Holland, und zwar Amsterdam, Harlem sowie den Haag, besucht, die nun entlastet werden sollen. Anziehungszentren wie Amsterdam oder die Gartenanlage Keukenhof im Gemeindegebiet Lisse haben bereits Schaden vom Touristenüberschuss nehmen müssen.

    Zukunft des Amsterdamer Rotlichtviertels bisher ungewiss

    Ende November hatte der stellvertretende Bürgermeister von Amsterdam, Victor Everhardt, bekannt gegeben, die niederländische Hauptstadt werde auf die Verwendung des Namens Rotlichtviertel verzichten. Viele Parteien im Stadtrat hätten sich darauf geeinigt, dass Amsterdam die Sexindustrie nicht als Touristenattraktion fördern und präsentieren sollte, sagte er. Auf den Stadtwegweisern soll zukünftig „De Wallen“ oder „Stadtzentrum“ geschrieben stehen.

    Die Zukunft des Rotlichtviertels ist inzwischen ungewiss. Zwar hatte die Bürgermeisterin Femke Halsema mitgeteilt, die Behörden möchten die Probleme beseitigen, die die unablässigen Touristenströme den Einwohnern und den Prostituierten bereiten würden. Auf dem Tisch seien verschiedene Optionen einschließlich der Umsiedlung der Mitarbeiter der Sex-Branche an den Stadtrand, hieß es. Später wurden öffentliche Beratungen abgehalten, an denen alle betroffenen Parteien wie Ortsbewohner, Behörden, Mitarbeiterinnen der Sex-Branche sowie Unternehmer teilnahmen. Eine Kompromisslösung konnte allerdings nicht gefunden werden.

    asch/ae

     

     

     

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