03:45 10 Juli 2020
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    Neue Informationen über die Attacke im Pariser Vorort Villejuif, bei der der Angreifer und eines seiner Opfer ums Leben kamen, sind laut Medienberichten bekanntgeworden.

    Bei dem Todesopfer des Massenangriffs vom Freitag handelt es sich nach Angaben der Zeitung „Le Parisien“ um einen 56-Jährigen. Er sei mit seiner Ehefrau spazieren gegangen und habe sie während des Zwischenfalls verteidigt, teilte der Bürgermeister von Villejuif, Frank Le Bohellec, dem Blatt zufolge mit.

    Das Leben der 47-jährigen Frau, die der Gestorbene zu schützen versuchte, ist derzeit außer Gefahr. Eine weitere Verletzte – eine 30-Jährige – sei leicht am Rücken verletzt worden, so „Le Parisien“.

    Täter identifiziert

    Der Angreifer wurde laut dem Blatt als Nathan C. identifiziert. Der 22-Jährige soll versucht haben, auch weitere Menschen zu attackieren, schreibt die Zeitung unter Verweis auf die Staatsanwältin der Gemeinde Créteil bei Paris, Laure Beccuau.

    Der Vize-Innenminister Laurent Nunez lobte nach Angaben des Nachrichtensenders France Info die Polizisten für ihre „Reaktionsfähigkeit“. Die Handlungen der Beamten hätten eine Fortsetzung der Tötungen verhindert.

    Weitere Details zum Messerstecher: Angeblicher Islamübertritt und psychische Probleme

    Wie der Sender BFM TV unter Berufung auf Quellen berichtet, soll der Täter den Islam angenommen haben. In seiner Tasche soll die Polizei einen Koran gefunden haben. Beccuau zufolge gaben viele Zeugen an, sie hätten den Messerstecher „Allah Akbar“ („Allah ist groß“) schreien hören.

    „Zu diesem Zeitpunkt haben wir keinen Hinweis darauf, dass er radikalisiert war“, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

    Der 22-Jährige habe eine psychiatrische Krankheitsgeschichte gehabt, so Medien. Er sei bereits während einer Demonstration wegen Gewalttätigkeit angezeigt worden, das habe jedoch zu keinen rechtlichen Schritten geführt.

    Das Motiv des Täters ist unklar. Die Hauptversion der Ermittler ist laut BFM TV, dass es bei der Attacke um Handlungen einer geistesgestörten Person gehe und es keinen terroristischen Hintergrund gebe.

    mo/mt/rtr

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    Paris, Frankreich