06:20 14 Juli 2020
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    Nach dem Ausbruch einer mysteriösen Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist die Zahl der Erkrankten auf 59 gestiegen. Die Gesundheitskommission der Stadt teilte am Sonntag mit, dass der Zustand von sieben Patienten kritisch sei.

    Im Sonderverwaltungsgebiet Hongkong seien inzwischen 16 Verdachtsfälle gemeldet worden, wie der Sender RTHK berichtete. Keiner dieser Patienten habe jedoch angegeben, in Wuhan gewesen zu sein.

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte mit, einige der Betroffenen hätten auf einem Fischmarkt in Wuhan gearbeitet oder diesen besucht. Die Behörden hatten den Markt geschlossen, um eine gründliche Reinigung vorzunehmen.

    Ein Zusammenhang zu Meeresprodukten könnte also bestehen.

    Zu den Krankheitssymptomen zählten vor allem Fieber und Atemprobleme.

    Bei der Virus-Erkrankung handele es sich nicht um Grippe, Mers (Middle East Respiratory Syndrome), Vogelgrippe oder Sars (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), hieß es weiter.

    „Wir haben einige Hypothesen ausgeräumt, dazu gehören etwa die, dass es sich um Grippe, Vögelgruppe, ein Adenovius, SARS oder MERS handeln könnte“, teilte die chineseische Gesundheitsbehörde jüngst mit.

    Die Polizei in Wuhan teilte ferner am Mittwoch mit, dass acht Menschen dafür bestraft wurden, dass sie im Internet nicht verifizierte Falschinformationen verbreiteten.

    Die Fälle würden als virale Lungenentzündung unbekannter Herkunft  behandelt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder eine Infektion des medizinischen Personals sei bislang nicht entdeckt worden.

    Der Hintergrund

    Die Infektionswelle ist zwischen dem 12. und dem 29. Dezember ausgebrochen. Einige der Patienten waren an einem Markt für Meeresprodukte angestellt, der für eine Desinfektion geschlossen worden ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es für möglich, dass hier eine Übertragung von den Meerestieren auf Personal erfolgt ist.

    Gleichzeitig betont die WHO, dass die Symptome typisch für etliche Atemwegserkrankungen seien und die Lungenentzündung eine klassische Wintererkrankung sei. Vor diesem Hintergrund sei die Organisation gegen die Einführung voreiliger Reise- oder Handelsbeschränkungen in China.

    Die Viruserkrankung SARS hatte im Jahr 2003 349 Menschenleben auf dem chinesischen Festland und 299 weitere in Hongkong gefordert. Insgesamt hatte sie weltweit über 8000 Menschen befallen. Die WHO geht davon aus, dass die Ausbreitung des Virus in der südchinesischen Guangdong-Provinz angefangen hatte.

    Die WHO hatte damals China dafür kritisiert, dass es die Zahl der Erkrankungsfälle nach dem Ausbruch heruntergespielt hatte.

    In der Konsequenz entließ China den damaligen Gesundheitsminister für den schlechten Umgang mit der Krise. Der WHO zufolge ist China seit dem Jahr 2004 SARS-frei.

    vr/afp/ls/dpa/mt

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    Tags:
    dpa, Weltgesundheitsorganisation (WHO), China