18:35 29 November 2020
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    Nach den Silvester-Ausschreitungen am Connewitzer Kreuz in Leipzig hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auf die Seite der Polizei gestellt. Laut Kretschmer müssen diejenigen, die die Polizei angreifen, zur Rechenschaft gezogen werden.

    „Die sächsische Polizei hat meine und unsere Unterstützung“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Dresden nach der ersten Sitzung des neuen Kabinetts. „Wer Polizisten angreift, greift uns alle an und wird mit aller Härte verfolgt und bestraft“, betonte Kretschmer.

    Zunächst hatte die Polizei nach einer Attacke von mutmaßlichen Linksextremisten auf einen 38-jährigen Polizisten von einer Notoperation gesprochen, den Begriff später aber konkretisiert.

    Diesbezüglich bezeichnete der Ministerpräsident die Informationspolitik der Polizei als in Ordnung. Darüber werde man sich unterhalten müssen, so Kretschmer weiter. Das ändere aber nichts daran, dass es Angriffe auf Polizisten gegeben habe.

    Der Regierungschef kündigte zudem an, die Polizeipräsenz in Leipzig weiterhin erhöhen zu wollen. Zudem sei es gelungen, 10 bis 14 Personen zu identifizieren, für die es nun kurzfristig Verfahren gebe. Bereits am Mittwoch wird sich ein Verdächtiger vor dem Amtsgericht Leipzig verantworten müssen.

    Zuvor hatte der deutsche Bundesinnenminister Horst Seehofer den Angriff auf die Polizisten entschieden verurteilt. Menschenverachtende Gewalt gehe auch von Linksextremisten aus, erklärte der Innenminister und hob hervor, dass ein starker Staat nur mit starken Polizei- und Einsatzkräften möglich sei. 

    Zwischenfall in Connewitz an Silvester

    Nach Polizeiangaben hatten sich zum Jahreswechsel etwa tausend Menschen am Connewitzer Kreuz versammelt. Gegen 0.15 Uhr seien Beamte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen worden.

    Dabei seien drei Polizisten von etwa 20 bis 30 Personen attackiert worden, als sie versucht hätten, die Angreifer festzunehmen. Letztere seien teilweise vermummt gewesen. Bei den Angreifern soll es sich um mutmaßlich linksextremistische Täter gehandelt haben.

    Nach Angaben der Ermittler rissen die Unbekannten den Polizisten die Helme vom Kopf und attackierten sie auf dem Boden liegend. Ein Beamter sei so schwer verletzt worden, dass er das Bewusstsein verloren habe und im Krankenhaus notoperiert werden musste, teilte damals die Polizei Sachsen mit.

    Eine spätere Polizeimitteilung wirkte hingegen abgeschwächt und eine Notoperation wurde darin nicht angegeben. Demnach sei der Beamte durch den Angriff „schwer verletzt“ worden und musste „zur Behandlung in das Universitätsklinikum Leipzig gebracht“ werden. Dort sei er „stationär aufgenommen“ worden. Darüber hinaus seien die beiden anderen Beamten „ebenfalls nicht unerheblich verletzt“ worden und mussten ärztlich behandelt werden, hieß es weiter.

    Berichte über Notoperation

    Die Zeitung „taz“ schrieb am Donnerstagabend unter Verweis auf Krankenhauskreise, man habe sich in der Uniklinik „verwundert über die Polizeimeldung über eine ‚Notoperation‘ geäußert“. Es habe einen Eingriff an der Ohrmuschel des Beamten unter lokaler Betäubung gegeben. Lebensgefahr oder drohender Gehörverlust hätten nicht bestanden.

    Diesen „taz“-Bericht habe die Polizei in Leipzig zurückgewiesen, so der Deutschlandfunk am vergangenen Freitag. Der Beamte sei schwer verletzt worden und habe dringend operiert werden müssen, teilte der Sender unter Verweis auf einen Sprecher mit.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Michael Kretschmer, Angriffe, Leipzig, Polizei