15:17 23 Februar 2020
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    Bei einem Raketenangriff des Irans auf vom US-Militär genutzte irakische Stützpunkte in der Nacht auf Mittwoch sind laut einem unbestätigten iranischen Medienbericht mindestens 80 Menschen getötet worden.

    „80 Menschen sind bei Raketenangriffen des Irans auf US-Basen im Irak ums Leben gekommen“, teilte der iranische Fernsehsender „Press TV“ auf Twitter mit.

    ​Später teilte aber der Sender mit, dass er die Berichte über die Anzahl der Opfer nicht überprüfen könne. 

    ​Bei dem Angriff auf US-Ziele im Irak sind 80 Menschen ums Leben gekommen, teilte auch die Agentur Reuters unter Verweis auf das iranische Staatsfernsehen. Das Fernsehen spreche von getöteten "amerikanischen Terroristen". Außerdem seien Hubschrauber und militärische Ausrüstung des US-Militärs schwer beschädigt worden. Insgesamt seien 15 iranische Raketen auf US-Ziele abgeschossen worden. Keine davon sei abgefangen worden.

    Vor wenigen Stunden hatte der libanesische TV-Sender „Al Mayadeen“ berichtet, dass bei einem Raketenangriff des Irans auf den vom US-Militär genutzten irakischen Stützpunkt Ain al-Assad in der Nacht auf Mittwoch ein US-Kampfjet zerstört worden sei.

    „Die Vernichtung eines der Flugzeuge auf der Start- und Landebahn des US-amerikanischen Teils der Basis wurde bestätigt“, so der Sender.

    Indes hatte US-Präsident Donald Trump am Mittwochabend in einer Sonderrede im Weißen Haus gesagt, weder Amerikaner noch Iraker seien bei dem iranischen Raketenangriff auf vom US-Militär genutzte irakische Stützpunkte in der Nacht auf Mittwoch verletzt worden.

    „Die Amerikaner sollten sehr dankbar und glücklich sein: Keiner der Amerikaner wurde durch den Angriff des iranischen Regimes in der vergangenen Nacht verletzt. Es gibt keine Verluste, alle unsere Militärs sind in Sicherheit und unser Stützpunkt wurde nur minimal beschädigt“, so Trump.

    Zudem hatte er betont, dass es auch unter den Irakern keine Verluste gebe. Trump zufolge „funktionierte das Frühwarnsystem perfekt“, daher fiel dem Angriff niemand zum Opfer.

    „Vergeltungsoperation“

    Nach der Tötung des Chefs der iranischen Spezialeinheit al Quds, General Qassem Soleimani, durch einen US-Luftschlag hatte der Korps der iranischen Revolutionsgarden den Beginn einer „Vergeltungsoperation“ angekündigt. Boden-Boden-Raketen wurden von iranischem Territorium aus auf den Stützpunkt Ain al-Asad in der irakischen Provinz Anbar abgefeuert, wo ein US-Militärkontingent stationiert ist.

    „Selbstverteidigungsmaßnahme“

    Indes hatte der iranische Außenminister, Dschawad Sarif, den iranischen Angriff auf einen vom US-Militär genutzten Stützpunkt im Irak, von dem aus eine Attacke auf iranische Bürger und Beamte verübt worden sei, als „Selbstverteidigungsmaßnahme“ bezeichnet.

    „Der Iran hat verhältnismäßige Maßnahmen zur Selbstverteidigung im Übereinstimmung mit dem Paragraphen 51 der Uno-Satzung getroffen, indem er den Stützpunkt angegriffen hat, von dem aus ein feiger Angriff gegen unsere Bürger und ranghohe Amtspersonen verübt wurde“, schrieb Sarif auf Twitter. 

    „Wir streben nicht nach einer Eskalation oder Krieg, aber wir werden uns gegen jede Aggression verteidigen“, fügte er hinzu.

    Raketenangriff auf Militärstützpunkt mit US-Truppen

    Neun Raketen sind laut der Nachrichtenagentur AFP auf den irakischen Militärstützpunkt Ain al-Asad abgefeuert worden, auf dem US-Truppen stationiert sind. Ein Sprecher der US-Regierung hat dies inzwischen gegenüber Reuters bestätigt. Die iranische Revolutionsgarde hat sich zu dem Angriff bekannt.

    Einigen Medienberichten zufolge ist nicht eine, sondern mindestens zwei US-Militärbasen im Irak attackiert worden. Ein weiterer Militärstützpunkt, der offenbar ebenfalls mit Raketen beschossen wurde, liegt in der nördlichen Stadt Erbil.

    Ermordung von General Soleimani

    Bei einer militärischen Operation des Pentagons in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag im Raum des internationalen Flughafens von Bagdad war der Kommandeur der Al-Quds-Spezialeinheit, General Qassem Soleimani, ermordet worden. Daraufhin hatte die Führung in Teheran geschworen, Soleimanis Tod zu rächen.

    Am Samstag fand im Irak die Abschiednahme von dem toten General statt. Der irakische Parlamentschef, Mohammed al-Halbousi, bezeichnete das Geschehene als groben Verstoß gegen die Souveränität des Iraks und gegen internationale Vereinbarungen.

    ns/ae

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    Tags:
    Qassem Soleimani, USA, Irak