10:49 18 Januar 2020
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    Ukrainisches Passagierflugzeug im Iran abgestürzt (23)
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    Nach der Flugzeugkatastrophe mit fast 180 Todesopfern in Teheran setzen die betroffene ukrainische Airline UIA und auch andere Fluggesellschaften ihre Flüge über die Region vorerst aus. Die ukrainische Passagiermaschine war am Mittwoch verunglückt – kurz nach den iranischen Raketenattacken auf US-Ziele im Irak.

    Nach Angaben der betroffenen Fluggesellschaft Ukraine International Airlines (UIA) waren 167 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder an Bord der Boeing 737, die in den frühen Morgenstunden in Teheran kurz nach dem Start Richtung Kiew abstürzte. Übereinstimmenden Berichten zufolge kamen alle Insassen ums Leben. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Iraner.

    Ab heute stellt UIA die Flüge nach Teheran bis auf Weiteres ein“, erklärte die ukrainische Fluggesellschaft am Mittwoch auf Facebook. Sie äußerte den Angehörigen der Opfer Beileid und versprach ihnen Hilfe.

    Warnung vor „Sicherheitsrisiken“

    Die russische Luftfahrtbehörde Rosaviazija riet heimischen Fluggesellschaften von Flügen über die Region ab.

    „Angesichts der Angaben über Sicherheitsrisiken für internationale Flüge von zivilen Maschinen empfiehlt Rosaviazija den russischen Zivilflugzeugen, den Luftraum über dem Iran, dem Irak, dem Persischen Golf und dem Golf von Oman einschließlich für Transitfüge bis auf Weiteres nicht zu benutzen“, heißt es in einem Schreiben der Behörde an Airlines, das Sputnik vorliegt.

    Auch die französische Air France und niederländische KLM wollen vorerst nicht mehr über den Irak und den Iran fliegen.

    „Wir setzen die Überflüge über dem Iran und Irak aus“, teilte ein Air-France-Sprecher gegenüber Sputnik mit.

    KLM meide den Luftraum „bis auf Weiteres“, sagte ein Airline-Sprecher der Zeitung „NRC Handelsblad“. Die Entscheidung sei nach dem iranischen Raketenangriff auf eine von US-Truppen genutzte Luftwaffenbasis im Irak gefallen. Flüge mit Zielen in Südost-Asien und dem Mittleren Osten würden umgeleitet, was zehn bis zwölf Minuten Verspätung verursachen würde, zitierte der Rundfunksender NOS einen KLM-Sprecher.

    Kasachstans größte Airline Air Astanа kündigte an, bei den Flügen nach Dubai die fraglichen Gebiete zu umfliegen. „Air Astana ändert die Flugrouten aus Almaty und Nur-Sultan nach Dubai, um nicht über den Iran und den Irak zu fliegen“, teilte das Presseamt des Unternehmens mit. Dadurch würden die Flüge um zehn bis 55 Minuten länger dauern.

    Kurz vor der Boeing-Katastrophe hatte das iranische Militär aus Vergeltung für die Tötung seines Top-Generals Qassem Soleimani zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak mit Raketen beschossen. Betroffen seien der Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil, erklärte das US-Verteidigungsministerium. Nach iranischen Medienberichten wurden dabei mindestens 80 Menschen getötet.

    leo/ae/dpa

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