03:08 20 Februar 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    203753
    Abonnieren

    Für den Anfang des Jahres ermordeten iranischen General Qassem Soleimani hat am Donnerstagabend eine Trauerfeier in der Imam-Riza-Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln stattgefunden. Dies melden deutsche Medien.

    Knapp 100 Menschen kamen in die Moschee, um eine, so die Veranstalter, „Trauerzeremonie für den heldenhaften Märtyrer“ abzuhalten.

    Rund 50 Menschen haben nach Angaben der Polizei gegen die Trauerfeier für den General demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die Kampagne „Stop the Bomb“, die nach eigenen Angaben gegen die „Glorifizierung von islamistischem Terror und Antisemitismus“ protestieren wollte.

    Die Polizei war mit knapp 150 Kräften im Einsatz.

    Später am Abend versammelten sich im Islamischen Zentrum in Berlin-Tempelhof sogar über 200 Menschen zu einer weiteren Trauerfeier. 

    Wie der „Tagesspiegel“ aus der Innenverwaltung erfuhr, haben die Berliner Sicherheitsbehörden zumindest die Veranstaltung des türkisch-sprachigen schiitischen Moscheevereins in Neukölln genau im Blick, haben jedoch keine Handhaben, um dagegen vorzugehen.

    „Neukölln trauert nicht um Terroristen“

    Neuköllner Politiker hatten im Vorfeld Kritik an der Trauerfeier für Soleimani geübt. Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) teilte via Facebook mit, dass „eine Trauerfeier für einen Terroristen unangemessen“ sei. Den Konflikt im Nahen Osten „können wir in Neukölln nicht lösen, und wir werden nicht zulassen, dass er hier fortgeführt wird“. Er appellierte für „Mäßigung von allen Seiten und für ein friedvolles Miteinander“.

    Unter den Gegendemonstranten war auch der Vize-Bürgermeister von Neukölln, Falko Liecke (CDU).

    Er sagte der „Bild“-Zeitung: „Islamismus und Extremismus, der in dieser Moschee gepredigt wird, hat mit unserem Bezirk und unserer Stadt nichts zu tun.“

    Ermordnung des iranischen Generals „katastrophal falsch“

    Eine andere Auffassung teilt der Ex-Außenminister Sigmar Gabriel. Bei der Talk-Show Maybrit Illner bezeichnete er die Ermordung des iranischen Generals als einen Fehler und appellierte an die Europäer. Soleimani sei für ihn zwar ein Menschenschinder, aber gleichzeitig auch ein heimlicher Verbündeter gegen den IS.

    „Die Ermordung von Soleimani führt in den sozialen Netzwerken zu ein paar Jubelrufen. Aber auf der Straße ist etwas erreicht worden, wovon dieser geträumt hätte, nämlich, dass sich die Demonstrationen abwenden von den korrupten Machthabern und sich gegen den Westen richten, gegen die USA. Das zeigt, wie katastrophal falsch diese Tötung gewesen ist.“

    ​Tod von Soleimani

    In der Nacht zum 3. Januar hatte das Pentagon eine Operation im Raum des internationalen Flughafens von Bagdad durchgeführt, infolge derer der Kommandeur der Al-Quds-Spezialeinheit, General Qassem Soleimani, ermordet wurde. Daraufhin hatte die Führung in Teheran Rache für den Tod von Soleimani geschworen.

    Am Samstag wurde im Irak von dem getöteten General Abschied genommen. Nach den Worten des Vorsitzenden des irakischen Parlaments, Mohammed al-Halbousi, ist das Geschehene ein grober Verstoß gegen die Souveränität des Iraks und gegen internationale Vereinbarungen.

    sm/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Erdogan mit Russland-Türkei-Gesprächen unzufrieden – Militäreinsatz in Idlib nur Frage der Zeit
    Syrischer Luftschutz wehrt Attacke in Latakia ab
    Abwärtstrend: Russland stößt US-Staatsanleihen um eineinhalb Milliarden USD ab
    USA unterstützten Vorgehen von Ankara in Syrien
    Tags:
    Trauerfeier, Qassem Soleimani, Neukölln, Moscheen