09:07 08 April 2020
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    Ukrainisches Passagierflugzeug im Iran abgestürzt (24)
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    Zwei Tage nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine mit 176 Insassen in Teheran hält die Lufthansa vorerst am Flugstopp fest. Unterdessen verdichten sich Hinweise auf einen versehentlichen Abschuss der Boeing mit einer Boden-Luft-Rakete. Kurz vor der Katastrophe hatte der Iran US-Ziele im Irak angegriffen.

    „Auch für heute wird der Flug von und nach Teheran vorsorglich gestrichen“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Freitag in Frankfurt. Sobald Detailinformationen vorlägen, werde man entscheiden, wann die Iran-Flüge wieder erfolgen könnten.

    Am Donnerstag hatte die Lufthansa ein Flugzeug umkehren lassen. Der Flug LH 600 auf dem Weg von Frankfurt nach Teheran sei nach rund einer Stunde Flugzeit aus Vorsichtsgründen nach Frankfurt zurückkehrt, erklärte die Sprecherin.

    Hintergrund sei eine veränderte Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran gewesen. Eigentlich wollte die Lufthansa am Donnerstag nach eintägiger Unterbrechung wegen der Zuspitzung des Iran-Konflikts ihre Flüge in die iranische Hauptstadt wiederaufnehmen.

    Eine ukrainische Boeing 737 war am Mittwoch abgestürzt. Zuletzt verdichteten sich die Hinweise, dass ein versehentlicher Raketenbeschuss durch den Iran die Ursache sein könnte. Die Regierungen in Kanada und Großbritannien berichten von Informationen, die auf einen Abschuss hinweisen. Diese Theorie wird US-Medienberichten zufolge ebenfalls in den USA verfolgt. Offiziell wird die Ursache für den Absturz noch untersucht.

    Mutmaßungen über versehentlichen Abschuss

    Nach Angaben der betroffenen Fluggesellschaft Ukraine International Airlines (UIA) waren 167 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder an Bord der Boeing 737, die am frühen Morgen in Teheran kurz nach dem Start Richtung Kiew abstürzte. Alle Insassen kamen ums Leben, bei den meisten von ihnen handelt es sich um Iraner.

    Am Donnerstag nannte der ukrainische Sicherheitsrat den Ausfall eines Triebwerks, einen Terroranschlag und den Treffer einer Flugabwehrrakete unter den möglichen Ursachen der Katastrophe. Kurz vor dem Boeing-Absturz hatte das iranische Militär aus Vergeltung für die Ermordung seines Top-Generals Qassem Soleimani zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im benachbarten Irak mit Raketen angegriffen.

    Auch die kanadische Regierung geht von einem Abschuss aus.

    „Wir haben Aufklärungsdaten von zahlreichen Quellen, darunter auch von unseren Verbündeten und unserem Geheimdienst“, sagte der kanadische Premierminister Justin Trudeau am Donnerstag.

    „Diese Aufklärungsdaten weisen darauf hin, dass das Flugzeug von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Dies könnte auch unabsichtlich geschehen sein.“

    Der Leiter der iranischen Luftfahrtbehörde, Ali Abedsadeh, wies die Informationen über einen Raketentreffer zurück. Das Außenministerium in Teheran bat jedoch Kanada um konkrete Angaben, die auf einen Abschuss hindeuten könnten.  

    leo/sb/dpa

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