12:15 04 Juli 2020
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    Die Anfang Dezember veröffentlichte Jesus-Parodie "A Primeira Tentação de Cristo" ("Die erste Versuchung Christi") darf nun doch weiter vom Streamingdienst Netflix gezeigt werden. Nach dem Verbot des Films am Vortag durch ein Gericht entschied der Oberste Gerichtshof Brasiliens am Donnerstag, dass das Urteil ungültig ist.

    Der Oberste Gerichtshof in Brasilien erklärte am Donnerstag das Urteil eines Gerichtes in Rio de Janeiro vom Vortag zur Jesus-Parodie "A Primeira Tentação de Cristo" (Die erste Versuchung Christi) für ungültig. Nach diesem Gerichtsurteil sollte der Film der Satire-Produktion „Porta dos Fundos“ (Hintertür) aus dem Streamingdienst Netflix entfernt werden. Das meldet das Magazin „Der Spiegel“.

    Danach erklärte das oberste brasilianische Gericht der Sicherheit, dass kein Film die christlichen Werte erschüttern könne. Der Österreichische Rundfunk (ORF) veröffentlichte den Gerichtsentschluss am Freitag auf seiner Web-Seite: „Es ist nicht davon auszugehen, dass eine Satire die Macht hat, die Werte des christlichen Glaubens zu untergraben, die mehr als 2.000 Jahre alt und in der Überzeugung der Mehrheit der Brasilianer verwurzelt sind.“

    Schwuler Jesus – Angriff gegen christlichen Glauben?

    Schon bei der Aufnahme ins Programm von Netflix anfangs Dezember wurde die Parodie heftig kritisiert. Der Richter, der am Mittwoch das Urteil des Verbots aussprach, forderte eine einstweilige Verfügung gegen den Film. Grund für die Aufregung war den Berichten zufolge die Darstellung eines schwulen Jesus. Viele Mitglieder christlicher Gemeinschaften fassten dies als Angriff auf den christlichen Glauben, so „Der Spiegel“.

    Das Verbot der Parodie wurde laut Medienberichten wiederum von der brasilianischen Anwaltskammer verurteilt. Laut der Zeitung „Der Tagesspiegel“ äußerte sich der Vorsitzende der Anwaltskammer, Felipe Santa Cruz, auf dem Nachrichtenportal G1 folgendermaßen: „Jede Art der Zensur bedeutet einen Rückschritt und kann von der Gesellschaft nicht hingenommen werden.“

    Proteste und Brandanschlag auf Produktionsfirma

    Im Dezember wurde eine Petition gegen die Ausstrahlung der Parodie auf Netflix gestartet. Sie wurde von Tausenden in Brasilien unterzeichnet. Eine christliche Gruppe stellte einen Antrag auf die einstweilige Verfügung. Laut „Spiegel“ legte Netflix daraufhin eine Beschwerde gegen das Urteil ein.

    Am 24. Dezember gab es einen Brandanschlag auf die Produktionsfirma „Porta dos Fundes“ in Rio de Janeiro. Dabei wurde keiner verletzt. Die Firma hat sich den Berichten nach bisher noch nicht öffentlich zu den Gerichtsurteilen geäußert.

    lm

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    Homosexualität, Jesus Christi, Jesus Christus, Brasilien, Netflix