09:58 18 Januar 2020
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    Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen drei Personen wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit für China. Zwei der Männer sollen private und geschäftliche Informationen an das chinesische Ministerium für Staatssicherheit geliefert haben. Zuvor hatte „Der Spiegel“ über die Ermittlungen berichtet.

    Nach Spiegel-Informationen durchsuchten Polizeibeamte im Auftrag der Bundesanwaltschaft am Mittwochmorgen insgesamt neun Objekte in Berlin, Brüssel, Baden-Württemberg und Bayern. Dabei soll es sich um Wohnungen und Büros der Beschuldigten handeln. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch in Karlsruhe.

    Die Ermittlungen laufen gegen einen ehemaligen EU-Diplomaten und zwei Mitarbeiter einer bekannten deutschen Lobbyfirma. Zwei der Verdächtigen sollen private und geschäftliche Informationen an das chinesische Ministerium für Staatssicherheit geliefert haben. Der Dritte soll sich nur dazu bereiterklärt haben. Zu den Personen und weiteren Details machte die Bundesanwaltschaft keine Angaben.

    Dem Spiegel zufolge hatte der EU-Diplomat in der Vergangenheit  Führungspositionen in Brüssel innegehabt und sei später Botschafter der EU in mehreren Staaten gewesen. 2017 habe er seine Karriere bei der EU beendet und sei bei einer Lobbyfirma eingestiegen, für die er seither gearbeitet habe. Die betroffene Lobbyfirma habe in der Vergangenheit unter anderem bekannte deutsche Großunternehmen beraten, hieß es weiter.

    Laut dem Nachrichtenmagazin soll der Ex-Diplomat im gleichen Jahr nach Erkenntnissen der Ermittler begonnen haben, seinem chinesischen Führungsoffizier Informationen zuzuspielen. Unter anderem wird er verdächtigt, die beiden weiteren Beschuldigten angeworben zu haben. Einer der beiden soll zu einem Treffen mit seinem mutmaßlichen Führungsoffizier nach China gereist sein.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    China, Spionage, Bundesanwaltschaft