13:51 28 Oktober 2020
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    Die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ berichtet von einem Vorfall im Sommer 2019 in Davos. Demnach sollen sich zwei Russen bei einer Kontrolle als Klempner ausgegeben, dann aber Diplomatenpässe vorgelegt haben. Die Zeitung spricht von einem vereitelten Spionagefall, die Schweizer Behörden relativieren und Russlands Botschaft dementiert.

    Der in Zürich erscheinende „Tages-Anzeiger“, der im größten privaten Schweizer Medienunternehmen „Tamedia“ erscheint, galt bislang nicht als Boulevardblatt. Leider klingt diese Geschichte aber wie eine Räuberpistole, wie sie normalerweise von Revolverblättern wie etwa dem größten deutschen mit vier Buchstaben im Namen herausgeschrien werden.

    Demnach sollen im August 2019 in Davos zwei Russen bei einer Routine-Kontrolle, die nicht im Zusammenhang mit dem Weltwirtschaftsforum stand, zunächst behauptet haben, sie seien Klempner, um dann aber Diplomatenpässe der Russischen Föderation vorzulegen und später die Schweiz wieder verlassen zu haben. Daraus konstruiert der „Tages-Anzeiger“ die Vereitelung einer russischen Spionageoperation am Standort des Weltwirtschaftsforums WEF. Evidente Beweise oder logische Erklärungen für diese Denunzierung des russischen Staates erhalten die Leser nicht. Die Geschichte verbreitet sich natürlich dennoch munter im Internet und wird begierig vor allem von denen aufgegriffen und kommentiert, die für ihre bisherige russophobe Berichterstattung bekannt sind.\

    Stellungnahme des Nachrichtendienstes und der Polizei

    Die Schweizer Bundespolizei, der Bundesnachrichtendienst der Eidgenossenschaft (Service de Renseignement de la Confédération, SRC) und die für Spionageabwehr zuständige Bundesanwaltschaft der Schweiz erklärten gleichwohl unisono, dass sie keinerlei Verdachtsmomente gegen die beiden Personen hatten oder haben oder ein Zusammenhang mit dem WEF in Davos bestand oder besteht.

    Die Sprecherin der Polizei des Kantons Graubünden erklärte, dass die Kontrolle keinerlei kriminelle Aktivitäten zu Tage gefördert habe, an denen die beiden kontrollierten Personen beteiligt waren oder gewesen sein können.

    Die Sprecherin teilte weiter mit, die beiden Personen seien daraufhin freigelassen worden und hätten die Schweiz sicher verlassen. Über ein Einreiseverbot sei bislang nicht entschieden worden. Die in Genf erscheinende französischsprachige Zeitung „Tribune de Genève” berichtet, dass die beiden Personen nicht zum Teilnehmerkreis des WEF gehören.

    Der Presseattaché der Russischen Botschaft in Bern, Stanislaw Smirnow erklärte gegenüber Medienvertretern, dass auch Personen, die keine Mitarbeiter des Außenministeriums Russlands sind, Diplomatenpässe erhalten können. Er vermutet, dass die Klempner am und im „Russischen Haus“ in Davos gearbeitet haben könnten, der offiziellen Residenz der Russischen Föderation für die Zeit des WEF, das zugleich auch als Veranstaltungsort und Treffpunkt für Teilnehmer des Forums genutzt wird.

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    Tags:
    Russophobie, Spionage, Russland, Weltwirtschaftsforum (WEF) im Schweizer Ski-Ort Davos, Davos-Forum, Davos, Schweiz