17:26 30 September 2020
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    Ohne Hunde geht es beim Minenräumen in syrischen Städten nicht. Warum, darüber berichtet Hundeführer Wadim Kirijak, Mitarbeiter im Internationalen Minenabwehrzentrum der russischen Streitkräfte.

    Der Soldat hat viel geleistet bei seinen Einsätzen in Syrien: Wadim half, Aleppo von Minen zu befreien, war zum Entminen in Deir-ez-Zor und zweimal in Palmyra. Deshalb wurde er mitdem Ehrenorden und mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet. Aber zu verdanken hat er die Auszeichnungen, das sagt der Soldat ausdrücklich, seinen beiden Hunden: dem Labrador Chuck und dem Schäferhund Barny. Dass er noch lebe, sei auch deren Verdienst.

    „Die Hunde fanden das, was die Metallsucher nicht erkannten. Gegenstände, die nur aus Sprengstoff und einer Abdeckung bestanden, ohne Metall“, sagte Wadim dem TV-Sender „Swesda“. „Sehr hilfreich waren die beiden in Häusern, wo Stahlträger die Metalldetektoren störten. Außerdem konnten ganz normale Gegenstände aus dem Haushalt gefährlich werden: Jeder normale Wasserkocher war eine potenzielle Sprengfalle. Die Hunde fanden das leicht heraus.“

    Schwierig wurde es, wenn Chuck und Barny auf Sprengstoffe stießen, die sie nicht kannten – in improvisierten Sprengsätzen zum Beispiel. Ein Spürhund verhält sich eigentlich ganz ruhig, wenn er etwas aufspürt. Dann setzt er sich hin oder legt sich auf den Bauch. Aber in solchen Fällen witterten die Spürnasen zwar die Gefahr, konnten sie aber nicht einordnen und wurden unruhig. Nur die gute Kenntnis seiner vierbeinigen Kollegen habe ihm geholfen, die Situation richtig einzuschätzen, sagt Wadim.

    Beim zweiten Einsatz in Syrien hatten es Wadim und seine Kameraden deutlich schwerer. Die Terroristen hatten da bereits begriffen, wer den russischen Soldaten hilft, Sprengfallen aufzuspüren, und änderten ihre Taktik. Sie streuten Glasscherben oder Metallsplitter auf den Boden, damit die Diensthunde sich verletzen. Oder sie vermischten Sprengstoff mit Hundefutter ...

    Die Terrormilizen seien sehr geschickt gewesen beim Tarnen von Sprengstoff. Bücher, Haushaltsartikel, sogar Spielzeug – das alles diente den Terroristen als Versteck für Sprengsätze. Häufiger Beschuss erschwerte die ohnehin gefährliche Arbeit der russischen Soldaten zusätzlich.

    Die Hunde jedenfalls blieben auch in solchen Kampfsituationen immer ruhig. Sie waren auf den Einsatz noch in Russland vorbereitet worden, durch Schreckschüsse und imitierte Explosionen.

    Russische Sprengstoffexperte mit Diensthunden in Palmyra (Archivbild)
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
    Russische Sprengstoffexperte mit Diensthunden in Palmyra (Archivbild)

    Auf eine Situation konnten sie aber kaum vorbereitet werden: die Hitze in Syrien. Schon für die Menschen ist das heiße Wüstenklima schwer zu ertragen, erst recht für die Hunde mit ihrem Fell. Deshalb begann die Arbeit immer früh am Morgen – mit Pausen im Schatten nach jeder halben Stunde.

    Wadim sagt: „Die Städte in Syrien sind sehr dicht bebaut. Nur durch den Einsatz von Spürhunden konnten Häuser entmint und Kulturdenkmäler gerettet werden.“

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    Tags:
    Minenräumer, Pioniertruppen, Russland, Terroristen, Sprengsatz, Sprengstoffexperten, Sprengstoff, Syrien