15:22 07 August 2020
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    Der angebliche Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Duma wurde am Montag erneut im UN-Sicherheitsrat thematisiert. Um einen Konsensbeschluss zu erreichen, sind nach Ansicht Russlands Beratungen unter dem OPCW-Dach notwendig. Über den bisherigen Verlauf der Untersuchungen zum Vorfall vom April 2018 hat Sputnik mit mehreren Experten gesprochen.

    Sergej Worobjow, Professor an der Abteilung für Internationale Beziehungen der russischen Universität Higher School of Economics (HSE), sieht das Problem in den antirussischen und antisyrischen Vorurteilen des Westens. Deswegen sehe man Vorwürfe gegen Russland und Syrien gerechtfertigt, auch wenn keine Beweise vorgelegt und keine Argumente berücksichtigt werden.

    OPCW-Untersuchung „antirussisch“ ausgerichtet

    „Ich denke, diese Geschichte geschah im Einklang mit einer allgemeinen antirussischen Ausrichtung, wenn Vorwürfe von vornherein akzeptiert werden, die aus irgendwelchem Grund nicht einmal Beweise benötigen. Und dieser Fall ist nicht der erste: Wir können sogar von einem systematischen Ansatz westlicher Partner sprechen“, meint Worobjow.

    Er sei zuversichtlich, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auslassen von Ergebnissen der unabhängigen Untersuchungen im Abschlussbericht der OPCW und der „antirussischen Rhetorik“ gebe.

    „Eigentlich können wir hierzu über die antirussische und antisyrische Ausrichtung der Untersuchung sprechen“, betont der Experte.

    Voreingenommenheit gegen Russland und Syrien

    Das Mitglied der Syrischen Volksversammlung, Muhannad al Haj Ali, hält die größtenteils von den USA erhobenen Anschuldigungen gegen Syrien für lügnerisch. Somit versuche man, die Regierung von Bashar al-Assad daran zu hindern, die syrischen Gebiete unter ihre vollständige Kontrolle zu bringen.

    „Jedes Mal, wenn die syrische Armee eine erfolgreiche Offensive durchführt, haben die USA Vorwürfe gegen sie erhoben, um dies zu verhindern. Wir haben wiederholt vorgeschlagen, Spezialisten in die Gebiete zu schicken, wo angeblich chemische Waffen eingesetzt wurden. Mögen es ausländische Experten, beispielsweise aus Russland oder China, sein. Aber man erteilt uns immer eine Abfuhr.”

    Dies bedeute, dass die OPCW die US-Interpretation der Situation übernehme. Der voreingenommene Charakter der Untersuchung gegen Russland und Syrien sei offensichtlich.

    OPCW-Bericht und Hintergründe

    Am 1. März hatte die OPCW den Abschlussbericht zu dem Vorfall in der Stadt Duma in Ostghouta veröffentlicht, in dem sie behauptet, dass bei dem Angriff eine „toxische chemische Substanz (…), offenbar Chlor“ eingesetzt worden sei.

    Im April 2018 hatten Medien einen Giftgasangriff in Duma gemeldet. Westliche Staaten machten daraufhin die syrische Regierung dafür verantwortlich. Als Beweis zeigte die Organisation „Weißhelme“ Aufnahmen, die angeblich Duma-Bewohner zeigen, darunter auch Kinder, die von Ärzten nach der Giftgas-Attacke versorgt werden.

    Russland hat am Montag dem UN-Sicherheitsrat Beweise für die Verfälschung von Informationen zum angeblichen Einsatz von Chemiewaffen in Duma (Ost-Ghuta) im Jahr 2018 vorgelegt.

    Die russische Seite verwies darauf, dass die Inspekteure, die der ersten in Duma eingesetzten Expertengruppe angehörten, an dem Bericht bis hin zu dessen Veröffentlichung nicht gearbeitet hatten. Zudem seien zahlreiche Fragen hinsichtlich des Schlussberichts und von seinem Inhalt abweichende Beobachtungen ignoriert worden.

    jeg/mt/sna

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    Tags:
    Ermittlungen, C-Waffen, Duma, Syrien, OPCW