20:02 20 Februar 2020
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    Nach dem gewaltsamen Tod einer Familie in Starnberg hat die Polizei zwei Männer festgenommen. Der Hauptverdächtige soll den Tatablauf gefilmt haben. Zuvor waren die Ermittler von einem Familiendrama ausgegangen, bei dem der Sohn zunächst seine Eltern und dann sich selbst getötet haben soll.

    In dem Fall um den Dreifachmord in Starnberg zeichnet sich eine überraschende Wende ab. In einer Pressekonferenz am Freitag gab die Polizei neue Erkenntnisse bekannt, die in den bisher unklaren Tathergang Licht bringen. Laut Polizeipräsident Günther Gietl sind zwei Heranwachsende unter Tatverdacht festgenommen worden. Durch die Ermittlungen im Umfeld der Familie sei man auf die Spur eines 19-Jährigen gestoßen, der die drei getötet haben soll.

    Man habe bei ihm in der Wohnung ein Waffenarsenal sichergestellt – sowie weitere Stoffe, mit denen man Sprengstoff herstellen könne. Der junge Mann habe bereits gestanden, den Sohn und seine Eltern in ihrem Haus erschossen zu haben. Danach habe er ein Video zu dem Tatablauf gedreht.  Er sei ein Freund des Sohnes gewesen, so der Polizeipräsident weiter. Ihre Freundschaft soll hauptsächlich auf der Begeisterung für Waffen beruht haben.

    Ein 18-jähriger Bekannter des Hauptverdächtigen sei ebenfalls festgenommen worden. Er habe den 19-Jährigen zum Tatort gefahren und dann wieder abgeholt. Da der Fahrer von der Tat gewusst haben soll, würde ihm jetzt Beihilfe zum Mord vorgeworfen. 

    Kein erweiterter Suizid

    Der Staatsanwaltschaft zufolge ging man bis zum Vortag trotz einiger Ungereimtheiten zunächst von einem erweiterten Suizid des Sohnes aus.

    Nach Angaben der Ermittler lag der Sohn der Familie am Tatort mit einer Decke über dem Kopf und einer Pistole in der Hand. Der Täter habe gewollt, dass es so aussehe, als ob er sich selbst getötet habe, so die Polizei weiter. Die Leichen der Eltern seien im Schlafzimmer gefunden geworden. Zwischen zwölf und 15 Schüssen sollen abgefeuert worden sein.

    Weitere Informationen zum genauen Tatablauf sowie zum Motiv des 19-Jährigen müssten nun die weiteren Ermittlungen ergeben. Im Moment könne nicht genau gesagt werden, ob der 19-Jährige den Tod aller drei Opfer geplant, oder zunächst nur den Sohn töten gewollt habe.

    Dreifachmord in Starnberg

    Am 12. Januar hatten Polizisten in dem Haus in Starnberg drei Leichen gefunden, bei denen es sich um ein Ehepaar (60 und 64 Jahre) und ihren 21-jährigen Sohn handelte. Zunächst war die Kriminalpolizei davon ausgegangen, dass der 21-jährige Sohn seine beiden Eltern getötet und danach die Waffe auf sich selbst gerichtet habe. Auch auf den Hund der Familie wurde zweimal geschossen, dieser konnte überleben. Zwei Faustfeuerwaffen wurden damals am Tatort sichergestellt.

    mka/gs

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    Polizei