14:31 05 Juli 2020
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    Nach wiederholten Protesten einer Gruppe von Mithäftlingen wurde der Whistleblower Julian Assange einen Monat vor Verhandlungsbeginn in den medizinischen Trakt des Hochsicherheitsgefängnisses Belmarsh verlegt.

    Joseph Farrell, Sprecher von WikiLeaks, erklärte in einer Videobotschaft auf Twitter:

    „Die Gefängnisleitung hat Julian Assange aus der Einzelhaft in die medizinische Abteilung verlegt, wo er gemeinsam mit anderen Häftlingen untergebracht ist.  Die Verlegung ist ein großer Sieg für Assanges Rechtsvertretung sowie für seine Unterstützer, die seit Wochen gefordert haben, dass die Strafbehandlung von Assange aufhören muss. Die Verlegung von Assange ist aber auch ein riesiger Sieg für die Häftlinge von Belmarsh. Eine Gruppe von Häftlingen hat dem Gefängnisdirektor bei drei Gelegenheiten erklärt, dass die Behandlung von Assange ungerecht und unfair ist. Nach Treffen zwischen Häftlingen, Rechtsanwälten und der Belmarsh-Führung wurde Assange in eine andere Gefängnisabteilung verlegt, allerdings in eine mit nur 40 Häftlingen.“

     Es blieben jedoch ernsthafte Bedenken angesichts von Assanges Behandlung in Belmarsh, betonte Farrell. Dem WikiLeaks-Gründer werde noch immer kein angemessener Zugang zu seinen Anwälten gewährt, wie sogar ein Richter bei einer Anhörung des Falls vor dem Westminster Magistrates Court habe einräumen müssen.

    „Auch seine Unterstützer sind nach wie vor der Meinung, Assange sollte überhaupt nicht im Gefängnis sitzen, am allerwenigsten im Hochsicherheitsgefängnis von Belmarsh. Dennoch ist das ein wichtiger Sieg für die Unterstützer innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern“, so Farrell. 

    Der ehemalige britische Botschafter und Assange-Vertraute Craig Murray bezeichnete Assanges Verlegung in einem Tweet als „kleinen Sieg für die grundlegende Menschlichkeit“ und sagte, es hätten erst Kriminelle kommen müssen, um dem britischen Staat diese Lektion der Menschlichkeit zu erteilen:

    ​In eine ähnliche Richtung geht der Kommentar der Journalistin und Assange-Unterstützerin Caitlin Johnstone. In ihrem Artikel auf consortiumnews.com fragt sie:

    „Was sagt uns das über die Gesellschaft, in der wir leben, dass diese Schicht einen höheren moralischen Kompass als diejenigen hat, die gegenwärtig an der Macht sind?"

    Die Häftlinge hätten ihre moralische Überlegenheit gegenüber der Mainstream-Öffentlichkeit demonstriert. Nicht, weil sie grundsätzlich bessere Menschen seien, als diejenigen auf der anderen Seite der Gefängnismauern, so die Aktivistin. Vielmehr seien sie mit der Realität von Assanges Situation direkt konfrontiert gewesen, statt auf die gleichgeschaltete Mainstream-Propaganda der Massenmedien zu hören.

    Im Februar beginnt der Prozess, in dem über Assanges Auslieferung in die USA entschieden werden soll. Seit seiner Verhaftung in der ecuadorianischen Botschaft befand sich der WikiLeaks-Gründer in Einzelhaft. Seine teils prominenten Unterstützer haben immer wieder ihre Sorgen um seinen Gesundheitszustand zum Ausdruck gebracht und seine Freilassung gefordert.

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    Tags:
    Whistleblower, WikiLeaks, Julian Assange