15:38 23 Februar 2020
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    Den Fall der Mauer kennen junge Menschen nur aus Erzählungen oder aus alten Aufnahmen. Mehr als 30 Jahre später soll beim Internationalen Filmwochenende in Würzburg an diese Zeit erinnert werden. Mit von der Partie: Ex-DDR-Schauspieler Jörg Schüttauf. Er habe seinerzeit „Schwein gehabt“ und die „allerbesten Erinnerungen an die Nachwendezeit“.

    Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer: Dieses für Deutschland so prägende Ereignis wird auch beim Internationalen Filmwochenende in Würzburg aufgegriffen. In der Retrospektivreihe „Plus Minus 89“ sollen eindrückliche Filme aus dieser aufwühlenden Zeit - geprägt von großen Demonstrationen in der DDR und Massenausreisen in den Westen - präsentiert werden.

    DDR-Filme

    Darunter ist der Streifen „Die Architekten“ von Regisseur Peter Kahane. Das Werk zeigt die Erfahrungen eines jungen, ideenreichen Architekturbüros, dessen Pläne von der sozialistischen Wirklichkeit bis zur Unkenntlichkeit verändert werden - und damit auch seine Menschen.

    Als Gast erwarten die Veranstalter den in Sachsen geborenen Schauspieler Jörg Schüttauf. Geboren 1961 in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt), etablierte er sich in der zweiten Hälfte der 80er Jahre als gefragter Darsteller im DDR-Kino und konnte nach der Wiedervereinigung auch bundesweit an diese Erfolge anknüpfen. Fernsehzuschauern mag er als Frankfurter Tatort-Kommissar bekannt sein, aber er trat auch in zahlreichen Kinofilmen auf. Schüttauf hat in zwei in der Würzburger Festival-Retrospektive auf dem Programm stehenden Filmen mitgespielt. Beim Filmwochenende wird er mit den Zuschauern über seine Erlebnisse und Erfahrungen während der Revolutionszeit in der DDR sprechen.

    Schwein gehabt

    Der in Sachsen geborene Schauspieler betrachtet sich als Wendegewinner, wie er dem „Südkurier“ gegenüber noch im Jubiläumsjahr des Mauerfalls erzählte. Er habe „Schwein gehabt“. Er kenne allerdings auch Menschen, die nicht so viel Glück gehabt hätten, denn in der DDR seien „über Nacht ganz viele Biografien über den Haufen geworfen worden".

    Grelle Outfits

     „Im Land meiner Geburt habe ich Kindergarten, Schule, Lehre und Studium gehabt. Habe geliebt, gelacht und manchmal auch traurig, aber in erster Linie und vor allem jung. Als junger Schauspieler wollte ich unbedingt sehr schnell nach Berlin ans Theater, denn die Darsteller dort durften reisen. Und nicht nur in den Ostblock, sondern in den schöngeträumten Westen, den ich unbedingt vor dem Erreichen meines 65. Lebensjahres sehen wollte. Plötzlich war die Mauer weg und eine neue Phase begann, neue Rollen, andere Menschen mit gleicher Sprache und einem lauteren Lachen und einem grelleren Outfit. Diese, meine neuen Kollegen, waren anders, aber überhaupt nicht unfreundlich oder gar abweisend. Mir ist meine Nachwendezeit in allerbester Erinnerung“, so der Schauspieler im Gespräch mit der Filminitiative Würzburg.

    Würzburg sei übrigens die erste Stadt im Westen gewesen, die er besucht habe, „denn von da kamen immer die Weihnachtspäckchen mit allerlei gut riechenden und bunt verpackten Leckereien und das ein oder andere grelle Outfit war auch dabei“.

    Beim Filmwochenende in der Mainstadt sollen von Donnerstag bis Sonntag mehr als 60 internationale Spiel- und Kurzfilme sowie Dokumentationen bei 86 Vorstellungen präsentiert werden. Auch junge deutsche Künstler sind mit ihren Werken dabei. Das Filmfestival findet zum 46. Mal statt.

    ba/dpa

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    Tags:
    Würzburg, DDR