07:48 29 September 2020
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    Coronavirus auf dem Vormarsch: Chronologie der Ausbreitung (116)
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    Der neuartige Typ des Corona-Virus hat den Sprung von seinem Ursprungsort China nach Deutschland geschafft. Nach der Bestätigung eines Falles in Bayern hat das Auswärtige Amt seine Reisewarnungen konkretisiert. Bundesgesundheitsminister Spahn ordnete umfangreiche Informationspflichten im Flugverkehr an. Hotlines wurden geschaltet.

    Nach der Bestätigung des ersten Corona-Virus-Falls in Deutschland durch die Bayerische Landesregierung, haben Bundes- und Landespolitiker umgehend reagiert, auch wenn sie sich bemühen, keine Panik zu erzeugen. Da der erkrankte Patient aus Bayern durch direkten Kontakt mit einer chinesischen Kollegin aus Shanghai infiziert wurde, mehr als 600 Kilometer von Wuhan, dem Herd der Epidemie entfernt, hat das Auswärtige Amt (AA) seine Reisewarnungen für China modifiziert und spricht mittlerweile nicht mehr nur davon, dass es vor Reisen nach China „abrät“, sondern jetzt ist auf der Internetseite des AA zu lesen: „Vor Reisen in die Provinz Hubei wird gewarnt.“ Dennoch schätzen die Experten des Krisenstabes des deutschen Außenministeriums das Risiko für deutsche Reisende in der 8 Millionen-Metropole Wuhan als „moderat“ ein. Derzeit wird die Zahl deutscher Staatsbürger in der gesamten Provinz Hubei, deren Hauptstadt Wuhan ist, mit 90 angegeben.

    Das hinderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht daran, mithilfe einer Notverordnung und in Zusammenarbeit mit seinem Kabinettskollegen für Verkehr, Andreas Scheuer, dem Flugverkehr in Deutschland umfangreiche zusätzliche Informationspflichten aufzuerlegen. So müssen Piloten von Flügen aus China bei der Kontaktaufnahme mit dem Tower eines deutschen Flughafens über den Gesundheitszustand ihrer Passagiere informieren, Passagiere solcher Flüge müssen entsprechende Formulare ausfüllen, die an die deutschen Behörden weitergereicht werden, die Fluggesellschaften müssen die Sitzpläne der Maschinen übermitteln.

    Neben diesen Anordnungen hat Spahn auch seinen unmittelbaren Zuständigkeitsbereich neue Pflichten auferlegt: Krankenhäuser müssen auch Verdachtsfälle auf Infizierung mit Corona-Virus melden und das Robert-Koch-Institut (RKI) wurde von Spahn zu einer Koordinierungsbefugnis ermächtigt. Gleichzeitig mahnte Spahn, nicht in Panik und Hysterie zu verfallen. Obligatorisches Fiebermessen an deutschen Flughäfen, wie es derzeit in China praktiziert wird, würde „nichts bringen“, wie sich der Minister in Berlin vor Pressevertretern äußerte. Er verwies auf die bereits vorhandenen ausführlichen Informationen sowohl seines Hauses als auch des RKI und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu allen gängigen Fragen bezüglich des Corona-Virus.

    Inzwischen haben auch die Behörden verschiedener Bundesländer eigene Informationen im Internet bereitgestellt beziehungsweise Telefonhotlines freigeschaltet, beispielsweise die Bayerische Staatsregierung und die Berliner Senatsverwaltung. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) teilte Sputnik auf Anfrage mit, dass ihre Hotline sich vor allem an Bürger des Freistaates wende und mit Mitarbeitern des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit besetzt wurde.

    Hotline des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege: 09131/6808-5101 sowie über: www.coronavirus.bayern.de, die auf die Internetseite des „Infektionsmonitor Bayern“ des StMGP weiterleitet.

    Hotline der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit: 030/90282828 (von 08:00-20:00 Uhr)

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