07:51 29 September 2020
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    Coronavirus auf dem Vormarsch: Chronologie der Ausbreitung (116)
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    Dass das neue Corona-Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird, ist bekannt. Andere Übertragungswege sind bislang aber nicht in den Fokus gerückt. Dabei gibt es einen gewaltigen Warenstrom zwischen China und Europa. Können Pakete und Lebensmittel aus Fernost dem Verbraucher gefährlich werden?

    Waren aus China sind in Europa sehr gefragt. Allein bei Amazon sollen 49 Prozent der 10.000 größten Verkäufer in China beheimatet sein. Seit das neue Corona-Virus in China aufgetreten ist, werden viele Maßnahmen an Flughäfen getroffen, um eine Ausbreitung der Lungenerkrankung zu verhindern. Aber könnten Viren auch den Weg über Warensendung nach Europa schaffen? Sputnik hat recherchiert.

    Infektion durch Lebensmittel und andere Produkte unwahrscheinlich

    Diverse virologischen Einrichtungen haben auf Anfrage hin die Antwort gegeben, dass der aktuelle Forschungsstand abschließende Einschätzungen nicht erlaubt. Aber das Robert-Koch-Institut (RKI), das führend ist bei der Information rund um das Virus und Maßnahmen zum Umgang mit Infektionen, teilt seit Dienstag mit:

    „Eine Infektion über importierte Waren ist sehr unwahrscheinlich, da im Vorfeld eine Kontamination stattgefunden haben und das Virus nach dem weiten Transportweg noch aktiv sein müsste. Ob das neuartige Coronavirus in flüssigem oder getrocknetem Material mehrere Tage infektionsfähig bleibt, ist unbekannt. Dem Robert Koch-Institut sind keine Infektionen durch importierte Gegenstände oder Lebensmittel bekannt.“

    Zum Hintergrund: Über den Seeweg wie auch auf der Schiene dauert der Transport von Waren aus China nach Deutschland mindestens zwei Wochen.

    Darüber hinaus verweist das RKI auf das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als Zuständigen für die Beurteilung solcher Fragen. Das BfR teilt in einer Pressemitteilung vom Mittwoch die Einschätzung des RKI: „Die Übertragung bereits bekannter Coronaviren auf den Menschen geschieht in der Regel über die Luft als Tröpfcheninfektion. Dafür ist enger Kontakt mit einem den Virus tragenden Tier oder einem infizierten Menschen nötig. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen über den Kontakt mit Produkten, Bedarfsgegenständen oder durch Lebensmittel gibt es, auch beim aktuellen Ausbruch, bisher nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand keine Belege“, heißt es vonseiten des BfR.

    Unwahrscheinlich ist aber nicht unmöglich. Deshalb wollte Sputnik wissen, ob Amazon und eBay irgenwelche Vorsorgemaßnahmen treffen. Von eBay ist seit Montag bis Redaktionsschluss keine Antwort gekommen. Von Amazon hieß es nur: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Amazon hierzu keine Stellung nehmen kann.“

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    eBay, Amazon, China, Coronavirus