12:22 06 Juli 2020
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    Sind Albatrosse die besseren „Aufklärungsdrohnen“? Forscher aus Neuseeland haben Albatrosse mit Radargeräten versehen und sie auf einen Langstreckenflug über den Indischen Ozean geschickt. Dabei sollen die Meeresvögel Schiffen, die vermutlich illegal gefischt haben, ziemlich gut auf die Schliche gekommen sein.

    Laut der Tageszeitung „The Guardian“ erprobten Wissenschaftler aus Neuseeland und Frankreich bereits 2018 Ortungstechnologien mithilfe von Meeresvögeln. Zu diesem Zweck seien 169 Albatrosse mit einem leichten Gerät versehen worden. Dieses habe aus einer GPS-Antenne zur Ortung, einer zweiten Antenne zur Schiffserkennung und aus einer dritten Antenne zum Senden der Daten an die Zentrale bestanden.

    In erster Linie habe man die Flugrouten der Vögel verfolgt, um mehr über ihre Futtersuche zu erfahren. Aber auch ein anderes Problem bewog die Wissenschaftler zu diesem Experiment – der illegale Fischfang. Weltweit gebe es Bemühungen, diesem Problem entgegenzuwirken. Laut Schätzungen bringt es die illegale Fischerei jährlich auf rund 17,6 Milliarden Pfund Sterling (ungefähr 21 Milliarden Euro).

    Vor kurzem seien die Flüge eines anderen Schwarms von Albatrossen ausgewertet worden, die mit dem besagten Gerät unter anderem im Antarktischen Ozean unterwegs gewesen seien. Die Daten hätten gezeigt – ein Drittel der insgesamt 353 georteten Schiffe habe ihr Ortungssystem abgeschaltet. Das sei ein Indiz dafür, dass diese Schiffe die antarktischen Gewässer illegal befischt haben könnten.

    Der Meeresbiologe am französischen Nationalen Zentrum für Forschung Henri Weimerskirch äußerte sich zu den Flügen der Meeresvögel. Ihm zufolge eignen sich Albatrosse ideal für Langstreckenflüge und schwierige Aufklärungsmissionen im Ozean. „Sie sind wie Drohnen, nur intelligent“, sagte der Meeresbiologe.

    Die Albatrosse hätten sich an den Geräten, die auf ihren Rücken befestigt gewesen seien, nicht sonderlich gestört. Außerdem könnten Albatrosse ein Schiff aus 30 Kilometern Entfernung erkennen und zeichneten sich durch ihre Neugierde aus, weshalb sie auch gerne auf Erkundungsflüge gehen würden.

    Schätzungsweise 300.000 Seevögel sollen sich jährlich in Fischernetzen verfangen, hieß es weiter. Trotz des hohen Risikos für die Albatrosse könnten sich diese Aufklärungsflüge schon bald auszahlen. 

    mka/gs

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    Tags:
    Aufklärungsflüge, Vögel, Fischerei