01:12 28 Februar 2020
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    Ein spanisches Start-up-Unternehmen bietet im Internet alkoholhaltige Gummibärchen an, die angeblich dem weltberühmten Goldbären von „Haribo“ ähneln sollen. Der berühmte Süßwarenkonzern sieht seinen guten Ruf gefährdet und hat bereits gegen die Betreiber des spanischen Online-Geschäftes ein rechtliches Verfahren eingeleitet.

    Laut der Nachrichtenagentur „AFP“ gründete Ander Méndez 2019 das Start-up in der Nähe von Bilbao. Seine alkoholhaltige Ware verkaufe er neben dem Internet auch in spanischen Bars und Diskotheken. Das Naschzeug mit einem Alkoholgehalt von 15 Prozent würde in kleinen Metalldosen angeboten. Es gebe sie in fünf Farben und Geschmacksrichtungen: Rum-Ananas, Gin-Erdbeere, Wodka-Orange, Whisky-Cola und Tequila-Zitrone. Ein Glas Wein entspreche in etwa acht „Bärchen mit Alkohol“.

    Nun soll es aber Ärger mit Haribo geben: Das Unternehmen aus Bonn sieht eine Ähnlichkeit zwischen den Gummibären des Start-ups und den Haribo-Gummibärchen.

    Die „Alkohol-Gummibärchen ähneln den Haribo Goldbären – dem erfolgreichsten und weltweit bekannten Produkt von Haribo“, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Es bestehe „die Gefahr einer irreführenden Verbindung zwischen unserer Marke und den alkoholischen Fruchtgummibären, die nur an Erwachsene über 18 Jahren verkauft werden dürfen“.

    Zum Schutz seiner eingetragenen Marke habe Haribo daher „ein in diesen Fällen übliches rechtliches Verfahren“ gegen das spanische Unternehmen Ositos & Co eingeleitet.

    Ferner sagte der Sprecher, das Unternehmen lege "großen Wert darauf, in keinerlei Hinsicht mit alkoholischen Fruchtgummibärchen von ‚Ositos & Co‘ assoziiert zu werden", betont der Sprecher. „Für uns schließen sich Kinder und der Genuss von Alkohol grundsätzlich aus.“

    Haribo meint es ernst

    Ander Méndez, der Gründer des Start-ups, ist nach eigenen Angaben „aus allen Wolken gefallen“, als er einen sechsseitigen englischsprachigen Brief von den Haribo-Anwälten erhalten hatte. In dem Schreiben sei von „einer großen Ähnlichkeit“ zwischen den beiden Süßigkeiten die Rede, und davon, dass es sich bei den Ositos con alcohol (Bärchen mit Alkohol) um eine Verletzung des Rechts am geistigen Eigentum handele.

    Der Süßwarenkonzern bietet dem spanischen Jungunternehmen eine „gütliche Einigung“ an, knüpft diese jedoch an drastische Forderungen. So wird das Unternehme aufgefordert, die Produktion und den Verkauf „jedes Produkts mit dem umstrittenen Symbol“ zu stoppen, die in Spanien eingetragene Marke aufzugeben und „den Betrieb und das Eigentum an der Internet-Domain ositosconalcohol.com“ an Haribo abzutreten.

    Auf die Forderungen reagierte Méndez wie folgt: „Wir schaden ihrer Marke nicht und sie (die Bären) sehen sich nicht ähnlich.“ Die Gummibären aus Spanien seien größer als die von Haribo. Méndez und seine Geschäftspartner würden derzeit prüfen, wie sie auf das Schreiben aus dem Hause Haribo reagieren sollen – auch wenn sie „nicht genug Ressourcen für ein Gerichtsverfahren haben“.

    Der Spanier räumte ein, dass sie vor dem großen Familienunternehmen Haribo Angst hätten, das sie „versenken kann, wenn es will“. Zugleich versicherte er, dass er die Produktion und den Vertrieb der „Bärchen mit Alkohol“ fortsetzen wolle, weil „die Leute sie mögen“.

    mka/gs

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    Tags:
    Spanien, Start-up, Haribo