10:12 02 Juni 2020
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    Beim Bau einer Autobahn in der ostböhmischen Region von Tschechien wurde ein über 7500 Jahre alter Brunnen entdeckt, der als die älteste dendrochronologisch datierte Holzkonstruktion eingestuft werden kann. Dies geht aus einem Bericht hervor, der in der Zeitschrift „Journal of Archaeological Science“ veröffentlicht wurde.

    Demnach wurde 2018 in der Nähe der Stadt Ostrov ein hölzernes Brunnenkastenaus aus der Jungsteinzeit entdeckt. Die 140 Zentimeter hohe Brunnenanlage hat eine quadratische Grundfläche mit einen Seitenlänge von 80 Zentimeter.

    Das Holz ist  laut den Forschern sehr gut konserviert. Beim Bau des „Kastens“ wurden hauptsächlich Eiche und Haselnuss verwendet.

    Die verwendeten Bäume wurden in den Jahren 5256 und 5255 v. Chr. gefällt. Damit stellt der Brunnen die weltweit älteste dendrochronologisch datierte archäologische Holzkonstruktion dar. Es ist der dritte Brunnen aus dem frühen Neolithikum, der innerhalb der letzten vier Jahre in der Tschechischen Republik entdeckt wurde.

    Insgesamt wurden in Europa mehr als 40 derartige Brunnenanlagen entdeckt, die aus derselben Zeitperiode stammen sollen. Allerdings wurden sie alle mit der Radiokarbonmethode datiert, die als weniger präzise gilt. Daher darf der in der Nähe der Stadt Ostrov entdeckte Brunnen als die älteste verlässlich datierte Holzbaute bezeichnet werden.

    Die Konstruktion besteht aus profilierten Eckpfosten mit eingelegten Bohlen. Der Bautyp sei bislang für diese Region und diese Zeitperiode unbekannt gewesen und weise ein fortgeschrittenes technisches Know-how auf, so die Forscher. Die Form der einzelnen Bauteile und die auf ihrer Oberfläche erhaltenen Werkzeugspuren sollen hochentwickelte zimmermannstechnische Fertigkeiten bestätigen.

    Laut Jaroslav Peška, der Teil des Forscherteams war, wurden die beim Bau des Brunnens verwendeten Bautechniken später während der Bronze-, der Eisenzeit, und sogar zu Zeiten der Alten Römer eingesetzt.

    „Es ist erstaunlich, wie die damaligen Handwerker, die nur Werkzeuge aus Stein, Horn oder Knochen zur Verfügung hatten, die Oberfläche der gefällten Bäume mit einer solchen Präzision bearbeiten konnten“, wird er in einer Pressemitteilung des Archäologischen Zentrums Olomouc zitiert.

    Laut Peška wurde der Brunnen von Menschen zu Zeiten der Neolithischen Revolution genutzt, als Jagd und Sammeln von Ackerbau und Viehzucht abgelöst wurden.

    asch/ae

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    Tags:
    Archäologie, Tschechien