02:34 20 Februar 2020
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    Coronavirus auf dem Vormarsch: Chronologie der Ausbreitung (95)
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    Während fünf Millionen Menschen die Stadt Wuhan aufgrund des Coronavirus verlassen haben, sind viele Haustiere in den Wohnungen zurückgeblieben. Tierschutzaktivisten befürchten mehrere hunderttausend eingesperrte Tiere in Wohnungen, denen der Hungertod droht. Tierschützer brechen in Wohnungen ein, um diesen Tieren eine Chance zu geben.

    Geschätzt mehrere tausende Tiere sind in den Wohnungen ihrer Frauchen und Herrchen in Wuhan eingesperrt. Diesen Haustieren droht der unmittelbare Hungertod, da die Stadt teilevakuiert und abgeschottet wurde. Außerdem gilt eine Ausgangssperre in Wuhan, was bedeutet, dass das Verlassen der Stadt ebenfalls ausgeschlossen ist. Fünf Millionen Menschen haben bereits ihre Wohnungen verlassen. Grund dafür, ist der Coronavirus, der vermutlich in der Provinz Hubei, in Wuhan ausgebrochen ist. Mittlerweile sind weltweit über 20.000 Menschen infiziert, 427 Tote sind bestätigt.

    Tierschutz-Aktivisten setzen sich ein

    Gegen das Verhungern der Tiere setzen sich Leute wie Lao Mao ein – Tierschutzaktivisten, die in Häuser einbrechen, um den Tieren Futter zu bringen. Lao Mao (der unter anderem wegen der Einbrüche einen falschen Namen benutzt) hat mit der internationalen Nachrichtenagentur „Reuters“ geredet. Er habe mit seinem Team schon über 1000 Haustiere vor dem Verhungern gerettet. „Mein Telefon hört seit Tagen nicht auf zu klingen. Ich schlafe kaum“, erklärt Lao Mao.

    Nach Lao Maos Schätzungen seien fünftausend Tiere in ihren Wohnungen eingesperrt und bräuchten unmittelbar Hilfe, um nicht zu verhungern.

    Die Wuhan Small Animal Protection Association (Kleintierschutzverband in Wuhan) habe sich ebenfalls um die Rettung von Haustieren bemüht. Der Präsident des Kleintierschutzverbands Du Fan sehe die Angelegenheit in seiner Verantwortung, schreibt die englischsprachige, chinesische Zeitung „China Daily“. Falls in einer Wohngemeinde Menschen mit Coronavirus aufgefunden worden sind, werde den Volontären der Eintritt verweigert. Du Fan verstehe, wieso das passiert, sagt er „China Daily“. „Dennoch fühlen wir uns traurig und hilflos“, fügt er hinzu.

    Der Tierschutzverband hat am Samstag von über 600 geretteten Tieren berichtet. In einem Facebook Post erklärte der Verband gleichzeitig die Schwierigkeit darin, die Autorisation für den Zugang zu den Wohnungen zu erhalten und nachzuweisen. Der Verband sei laut „China Daily“ auch von über 700 Familien angefragt worden, ihre Tiere zu retten.

    Coronavirus bei Tieren – keine Bedrohung?

    Die Stadt Wuhan beherberge nach Schätzungen etwa 600.000 bis 800.000 Hunde und Katzen. Darunter sollen etwa 50.000 eingesperrte Tiere sein. Tiere sind laut der WHO (World Health Organisation) nicht vom Virus gefährdet. In der Provinz Zhejiang, welche aktuell die zweitgrüßte Anzahl an Infizierten aufweist, hätte die Bezirksbehörde von Suichang allerdings dazu aufgefordert, Hunde im Haus zu lassen. Die Behörden warnten vor der Tötung der Tiere, falls diese in der Öffentlichkeit gesichtet werden. Dies schreibt „Reuters“ in einem Artikel.

    lm

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    Ausgangssperre, Evakuierung, China, Coronavirus, Wuhan, Tierschutz