02:16 20 Februar 2020
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    Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus ist nach den milliardenschweren Strafzahlungen wegen Korruptionsvorwürfen ins Minus gerutscht. Wie Airbus am Donnerstag in Toulouse bekanntgab, fiel im Geschäftsjahr 2019 ein Fehlbetrag von knapp 1,4 Milliarden Euro an. Im Jahr davor waren es noch gut drei Milliarden Euro Nettogewinn.

    Nach einer Einigung mit den Behörden hatte der Flugzeugbauer eingewilligt, insgesamt 3,6 Milliarden Euro in Frankreich, Großbritannien und den USA zu zahlen. Airbus hatte sich Ende Januar – nach jahrelangen Untersuchungen zu Bestechungs- und Korruptionsvorwürfen in jenen Ländern – mit dem milliardenschweren Kompromiss einverstanden erklärt, um eine Verurteilung zu vermeiden.

    In Frankreich ist der Löwenanteil der Strafe in Höhe von 2,1 Milliarden Euro  fällig geworden. In Großbritannien beläuft sich die Geldbuße auf knapp 984 Millionen Euro, die USA sollen knapp 526 Millionen Euro bekommen.

    Der frühere deutsche Konzernchef Thomas Enders hatte bereits in der Vergangenheit die Airbus-Mitarbeiter auf die Möglichkeit „erheblicher Strafen“ eingestimmt. Auslöser der Ermittlungen war eine Selbstanzeige des Unternehmens. Die Behörden prüfen unter anderem Bestechungsvorwürfe in Bezug auf Verträge beim Verkauf von Zivilflugzeugen und Satelliten.

    Nach Angaben des US-Justizministeriums hat sich Airbus mehrere Jahre lang eines massiven Korruptionssystems bedient, um seine Geschäftsinteressen durch Bestechung in China und in anderen Ländern zu fördern und die Bestechungsgelder zu verheimlichen. Dazu habe Airbus zum Beispiel Zahlungen an einen Geschäftspartner in China geleistet, die als Bestechungsgelder für Regierungsbeamte gedacht gewesen seien und verschleiert worden wären, hieß es im Ministerium.

    Man habe „tiefgreifende Reformschritte zum Ausschluss von Wiederholungsfällen“ unternommen, hatte Airbus nach der Einigung daraufhin mitgeteilt. „Die (...) erzielten Einigungen sind ein sehr wichtiger Meilenstein für uns. Sie erlauben es Airbus, nun nach vorne zu schauen und weiterhin nachhaltig und verantwortungsvoll zu wachsen“, betonte Airbus-Chef Guillaume Faury damals.

    Mit der gütlichen Einigung konnte der Konzern eine Verurteilung vermeiden – diese hätte wohl schwerwiegende Konsequenzen gehabt.

    ls/sb/dpa

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    Tags:
    China, Airbus, USA, Frankreich