01:34 28 Februar 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    53211
    Abonnieren

    Mehrere Internet-Buchhandlungen in Tschechien haben jahrelang das antisemitische Kinderbuch „Der Giftpilz“ in ihrem Angebot geführt. Es handelt sich um ein Werk von Ernst Hiemer, im Dritten Reich Chefredakteur des NS-Kampfblattes „Der Stürmer“. Die Polizei ermittelt.

    Man befasse sich mit dem Fall, so eine Sprecherin des Polizei-Präsidiums in Prag. Das Machwerk von Ernst Hiemer aus dem Jahr 1938 gilt als Paradebeispiel für nationalsozialistische Propaganda. Als erster machte der frühere Nahostkorrespondent des tschechischen Fernsehens CT, Jakub Szanto, auf die dubiosen Internet-Angebote aufmerksam.

    Eine Hetzschrift

    Der Vorsitzende der Föderation jüdischer Gemeinden in Tschechien, Petr Papousek, verurteilte den Verkauf der Publikation als eine „Verhöhnung der Opfer der Schoah“, des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden Europas. Er forderte die Behörden mit aller Dringlichkeit auf, die weitere Verbreitung der „groben und rassistischen Hetzschrift“ zu verhindern. Tschechiens sozialdemokratischer Außenminister Tomas Petricek meldete sich bei Twitter zu Wort: „Das ist fürchterlich – ich hoffe, dass die zuständigen Organe sofort hart durchgreifen.“

    Der Schriftsteller

    Der deutsche Schriftsteller Ernst Hiemer (1900-1974) war von 1938 bis 1941 Chefredakteur des NS-Kampfblatts „Der Stürmer“. In „Der Giftpilz“ kategorisierte er anhand von rassistischen Karikaturen angebliche „jüdische Typen“. Nach dem Krieg erhielt er ein Berufsverbot als Lehrer und lebte später in Nürnberg.

    ba/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Idlib: Türkische Militärs unter Beschuss geraten – neun Tote
    Syrische Luftverteidigung wehrt türkische Angriffsdrohne in Idlib ab
    Nach Tötung Soleimanis: Abgeordnete der Linksfraktion stellen Strafanzeige gegen Merkel
    Tags:
    Online-Handel, Tschechien, NS-Zeit, Antisemitismus