23:17 06 Juli 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    515
    Abonnieren

    Das Corona-Virus greift weiter um sich: In China hat sowohl die Zahl der Infektionen, als auch die der Todesopfer zugenommen. Unter den infizierten Passagieren eines Kreuzfahrtschiffes in Japan sind zwei Deutsche. Unterdessen könnte in Deutschland die Isolation von hundert China-Rückkehrern enden.

    Die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist in China erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte, starben an der auf den Namen COVID-19 getauften Lungenkrankheit erneut 142 Patienten, womit die Gesamtzahl der Opfer in China nun bei 1665 liegt.

    Zudem wurden 2009 neue Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. Seit Ausbruch der Krankheit sind damit 68.500 Fälle in China bestätigt worden. Experten vermuten jedoch eine hohe Dunkelziffer.

    Weltweit sind bisher außerhalb des chinesischen Festlands knapp 700 Infektionen und vier Todesfälle bekannt, nachdem Frankreich am Samstag das erste Opfer in Europa gemeldet hatte. Dabei handelte es sich um einen chinesischen Touristen. 

    In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen bekannt. Drei Patienten verließen mittlerweile die Kliniken als geheilt. In Bayern werden noch 13 Infizierte behandelt, die in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto stehen. Dort hatte eine chinesische Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt.

    Zwei Deutsche auf „Diamond Princess“ infiziert

    Die Deutsche Botschaft in Tokio teilte am Samstagabend mit, unter den infizierten Passagieren des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ seien zwei Bundesbürger. Die Botschaft steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit ihnen, äußerte sich aber nicht zu ihrem Zustand. Insgesamt hatte das Schiff nach Erkenntnissen der Botschaft zehn Deutsche an Bord.

    Inzwischen wurden bis Sonntag bereits 355 Menschen auf dem Schiff, das in Yokohama unter Quarantäne steht, positiv auf Sars-CoV-2 getestet, 70 mehr als am Vortag.

    Gesundheitsminister Katsunobu Kato gab am Sonntag die neue Bilanz bekannt. Die Infizierten werden in örtlichen Krankenhäusern behandelt. Nach Angaben des japanischen Außenministeriums sollen bis Montag alle Passagiere getestet sein, sodass die Resultate bis Mittwoch vorliegen. Bis dahin steht das Schiff unter Quarantäne.

    Eine Infizierte auf Kreuzfahrtschiff „Westerdam“

    Unter den in Kambodscha an Land gegangenen Passagieren der Kreuzfahrtschiffes „Westerdam“ wurde unterdessen nun doch ein Coronavirus-Fall festgestellt. Eine 83-jährige Amerikanerin sei bei ihrer Weiterreise über Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus in Kuala Lumpur gebracht worden, teilte die malaysische Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Die Reederei wollte vor einer Stellungnahme zunächst weitere Tests abwarten.

    Illustration einer Zelle des Coronavirus 2019-nCoV
    © REUTERS / Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM / CDC / Handout

    Die 83-Jährige werde jetzt auf der Isolierstation behandelt. Der 85-jährige Ehemann, bei dem die Tests negativ ausgefallen waren, werde im Krankenhaus überwacht.

    Die „Westerdam“ hatte eine Odyssee durch asiatische Gewässer hinter sich gebracht, da mehrere Länder aus Sorge vor dem Coronavirus dem Schiff das Anlegen untersagt hatten. Erst Kambodscha stimmte dem schließlich zu. An Bord der „Westerdam“ waren laut Reederei auch 57 Deutsche. Für sie ging die Heimreise nach Twitter-Angaben der deutschen Botschaft am Freitag und Samstag in Richtung Frankfurt.

    Derweil könnte die Quarantäne für die China-Rückkehrer in einer Bundeswehrkaserne im pfälzischen Germersheim an diesem Sonntag enden, wie n-tv berichtet. Zunächst sollen noch die Ergebnisse weiterer Tests auf das Coronavirus erwartet werden. Wenn diese wie bei den vorangegangenen drei Tests negativ ausfallen sollten, werde es eine abschließende ärztliche Untersuchung geben. Die mehr als 100 Rückkehrer sind seit rund zwei Wochen isoliert.

    leo/dpa/ae

     

    Zum Thema:

    „Von der Leyen überschreitet rote Linie“: Einmischung der EU-Kommission in kroatischen Wahlkampf
    Dänemark genehmigt Fertigstellung von Nord Stream 2 durch Verlegeschiffe mit Ankerpositionierung
    Erdöl: Für die Supermacht am Golf sieht es schlecht aus
    Tags:
    Anstieg, Infizierte, Todesopfer, Coronavirus, China