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    Wissenschaftler aus neun Ländern, darunter den USA, Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden, haben in einer Erklärung wissen lassen, dass sie die Verbreitung von Verschwörungstheorien verurteilen, wonach das neuartige Coronavirus künstlich geschaffen worden sei. Die Stellungnahme wurde in der Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht.

    „Wir haben uns zusammengetan, um Verschwörungstheorien scharf zu verurteilen, die darauf hindeuten, dass Covid-19 keinen natürlichen Ursprung hat. Wissenschaftler aus mehreren Ländern veröffentlichten und analysierten das Genom des Erregers, des schweren Coronavirus 2 mit akutem respiratorischem Syndrom (Sars-CoV-2) und kamen überwiegend zu dem Schluss, dass dieses Coronavirus aus der Natur stammt, wie so viele andere neu auftretende Krankheitserreger“, so die Fachleute.

    Der schnelle und transparente Austausch von Daten zum Ausbruch der Covid-19 genannten Lungenkrankheit, die vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst wird, werde jetzt durch Gerüchte und Fehlinformationen über seine Ursprünge bedroht, heißt es in der Erklärung.

    Die Stellungnahme wurde von 27 bekannten Wissenschaftlern unterzeichnet, die im Bereich Medizin in wissenschaftlichen Organisationen von neun Ländern tätig sind: den USA, Deutschland, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Malaysia, Italien, Australien und China.

    Die Erklärung wurde unter anderem vom Direktor des britischen Wohltätigkeitsfonds für die Finanzierung biomedizinische Forschung, „Wellcome Trust“, Jeremy Farrar, dem früheren Chef des Nationalen Zentrums für Infektionskrankheiten in den USA, James Hughes, und der ehemaligen Leiterin der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF), Rita Colwell, unterzeichnet.

    Chinesische Forscher ermitteln

    Zuvor hatten eine Gruppe von Wissenschaftlern von der Landwirtschaftlichen Universität in Südchina und vom Labor der modernen Landwirtschaft in Guangdong Forschungen durchgeführt und herausgefunden, dass das auch Pangolin genannte Schuppentier Zwischenwirt für eine neue Art von Coronavirus sein könnte. Später sagte der Chef der Abteilung für wissenschaftlich-technische Entwicklung im Ministerium für Wissenschaft und Technologie der Volksrepublik China, Wu Yuanbin, dass Fledermäuse die wahrscheinlichste Quelle für das Coronavirus seien.

    Neuartiges Coronavirus

    Ende Dezember hatte Peking die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Ausbruch einer Lungenentzündung unbekannter Ursache in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei informiert. Als Krankheitserreger wurde etwas später das Coronavirus 2019-nCoV identifiziert.

    Jüngste Zahlen

    Die Zahl der Neuinfektionen in China ist nach offiziellen Angaben auf den tiefsten Stand seit Wochen gefallen – jedoch sorgt eine erneut geänderte Zählweise für Verwirrung. Wie die Gesundheitskommission in Peking am Donnerstag mitteilte, ging die Zahl neu bestätigter Infektionen auf 394 Fälle zurück, nachdem es am Vortag noch 1749 gewesen waren. Die Zahl neuer Todesopfer wurde mit 114 angegeben.

    In Hubei gingen die neuen Infektionen am Donnerstag im Vergleich zum Vortag von 1649 auf 349 zurück. Mehrere Städte meldeten ebenfalls negative Zahlen bei den neuen Infektionen, was mit der erneut angepassten Zählweise zusammenhängen dürfte.

    Insgesamt haben in China nach offiziellen Angaben bislang 74.576 Menschen die Covid-19 genannte Lungenkrankheit, die vom Coronavirus ausgelöst wird. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

    Außerhalb des chinesischen Festlands sind bislang mehr als 1000 Infektionen und acht Todesopfer bekannt, in Deutschland sind es 16 Infizierte.

    pd/sb/

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    Tags:
    Forschung, Erklärung, Wissenschaftler, Deutschland, China, Coronavirus