11:43 30 September 2020
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    Eine Messerschmitt Me-262 fliegt über der Oder und folgt dem Flussverlauf. Zwei sowjetische Jagdflugzeuge, propellergetrieben, greifen den Düsenjäger von unten an. Der erste Schuss geht daneben. Der Deutsche setzt zum Gegenangriff an…

    330 Kampfeinsätze flog das sowjetische Fliegerass im Großen Vaterländischen Krieg, 64 gegnerische Flugzeuge schoss der Pilot dabei ab – eines davon eine Me-262 der Wehrmacht. Die Rede ist von dem sowjetischen Kampfpiloten Iwan Koschedub: dreifacher Held der Sowjetunion, unter Kennern eine Legende.

    Die meisten seiner Luftkämpfe sind auf Bildmaterial festgehalten: Luftaufklärer und Bodendienste schossen die Fotos damals. Vom Kampf gegen die deutsche Messerschmitt weiß man jedoch nur aus Berichten von Koschedub und seinen Kollegen.

    „Am 24. Februar hatte Iwan Nikitowitsch im freien Jagdeinsatz gemeinsam mit dem Gardemajor Dmitri Titorenko als einer der ersten in der sowjetischen Luftwaffe einen deutschen Düsenjäger Me-262 abgeschossen“, schreibt das russische Verteidigungsministerium über den damaligen Einsatzerfolg.

    Laut Koschedub kam es zu dem historischen Kampf nicht am 24. Februar, sondern früher: am 19. Februar. An dem Tag sei er gemeinsam mit Dmitri Titorenko im Jagdeinsatz gewesen, jeder mit seiner La-7, erinnert sich der Pilot.

    Der sowjetische Kampfflieger Iwan Koschedub, 1944
    © Sputnik / Iwan Schagin
    Der sowjetische Kampfflieger Iwan Koschedub, 1944

    Über der Oder sei den Beiden ein Flugzeug aufgefallen, das aus Richtung Frankfurt kam. Die Maschine folgte dem Flussverlauf in etwa 3500 Metern Höhe – mit deutlich höherem Tempo als die beiden sowjetischen Jäger mit Propellerantrieb.

    Der deutsche Pilot hatte offenbar keine Kontrolle über den Luftraum hinter sich und unter ihm: Koschedub und Titarenko griffen die Me-262 von unten an, dem Düsenjäger entgegen- und querfliegend. Auf 500 Meter angenähert, eröffnete Koschedub als erster das Feuer, doch die Salve verfehlt das Ziel.

    Da „half“ die Messerschmitt durch ein Manöver selbst nach: „Das deutsche Flugzeug zog plötzlich nach links, in meine Richtung. Der Abstand war sehr gering, ich war noch näher am Feind dran. Bin aufgeregt, eröffne das Feuer: Der Düsenjäger zerfällt und stürzt ab“, schreibt Koschedub in seinem Buch „Dem Vaterland treu“.

    Nach dem Krieg versuchten Historiker die Identität des abgeschossenen deutschen Kampfpiloten zu ermitteln. Die Versuche liefen ins Leere. Heute gehen Geschichtswissenschaftler davon aus, dass die Me-262 vom Jagdgeschwader 7 aus Brandenburg-Briest stammte.

    Im Februar 1945 war das Geschwader damit beauftragt, britische und amerikanische Bomber abzufangen. Dabei gerieten die Flieger häufig in den sowjetisch kontrollierten Luftraum. Das abgeschossene Flugzeug hatte die Bordnummer „rote 9“. Zur Person des Piloten gibt es aber weiterhin keine Informationen.

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    Tags:
    Messerschmitt, Luftkampf, Düsenflugzeug, Zweiter Weltkrieg