21:57 27 September 2020
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    Die staatliche Eisenbahngesellschaft der Niederlande (NS) hat Jahrzehnte nach dem Holocaust wegen ihrer Beteiligung an der Deportation von Juden Entschädigungen im Wert von insgesamt etwa 32 Millionen Euro gezahlt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Bahngesellschaft hervor.

    NS erklärte sich zu diesen Entschädigungen im Juni 2019 bereit. Grund sei ihre Beteiligung während des Zweiten Weltkrieges an der Deportation von Juden und Zigeunern in Konzentrationslager im Auftrag der Nazi-Regierung. NS prüfte rund 4.000 Anträge von Überlebenden und Angehörigen der Opfer. Alle erhielten Entschädigungszahlungen zwischen 5.000 und 15.000 Euro.

    Nach der Okkupation 1940 internierte NS im Auftrag der Nazis etwa 107.000 Juden, darunter das berühmte jüdische Mädchen Anne Frank, im Übergangslager Westerbork. Von dort aus wurden die Menschen nach Auschwitz, Sobibor und in andere Todeslager gebracht. Für diese Dienstleistung erhielt die niederländische Eisenbahn damals eine runde Summe, die derzeit auf zweieinhalb Millionen Euro geschätzt wird.

    2005 gab NS offiziell ihre Kooperation mit den Nazis zu und entschuldigte sich dafür. Nederlandse Spoorwegen schätzte die Zahl der Anspruchsberechtigten auf etwa 500 Überlebende und 5.000 Angehörige. NS war bereit, ihnen insgesamt bis zu 50 Millionen Dollar auszuzahlen.

    om/gs

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