05:11 21 September 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    41026
    Abonnieren

    Opernstar Plácido Domingo hat sich bei den Frauen entschuldigt, die ihm im Zuge der MeToo-Bewegung Übergriffe vorgeworfen hatten. „Ich möchte, dass sie wissen, dass mir der Schmerz, den ich ihnen zugefügt habe, wirklich leidtut“, so der 79-jährige Künstler am Dienstag. Auftritte im Frühjahr in Hamburg sollen stattfinden, teilte die Staatsoper mit.

    „Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Handeln, und ich bin aus dieser Erfahrung gewachsen“, so die Verlautbarung von Sänger Domingo.

    Vorbereitungen auf die Berliner Flimfestspiele am 18. Februar 2020
    © REUTERS / MICHELE TANTUSSI
    Mehrere Kolleginnen und eine Tänzerin hatten dem Sänger im Zuge der MeToo-Bewegung gegen sexistisches und sexuell übergriffiges Verhalten einflussreicher Männer teils Jahrzehnte – bis teilweise in die 70er Jahre - zurückliegende Übergriffe vorgeworfen. Domingo hatte die Beschuldigungen bisher zurückgewiesen. Von seiner Position als Generaldirektor der Oper Los Angeles trat er nach den Vorwürfen bereits im Oktober vergangenen Jahres zurück, auch die Metropolitan Opera in New York, die renommierteste Oper der USA und eine der weltweit führenden Bühnen, teilte mit, der Sänger hätte „zugestimmt, sich von allen künftigen Aufführungen an der Met zurückzuziehen“. Andere Häuser - vor allem in Europa - hielten jedoch weiter an dem Klassik-Weltstar fest.

    Nachdenken über Anschuldigungen

    „Ich habe mir in den letzten Monaten Zeit genommen, um über die Anschuldigungen nachzudenken, die verschiedene Kolleginnen von mir gegen mich erhoben haben“, hieß es in seiner Mitteilung.

    „Ich verstehe jetzt, dass einige Frauen vielleicht befürchtet haben, sich ehrlich zu äußern, weil sie befürchten, dass ihre Karriere dadurch beeinträchtigt werden könnte. Das war zwar nie meine Absicht, aber man sollte niemandem dieses Gefühl vermitteln.“

    Etliche Kollegen hatten sich in der Vergangenheit angesichts der Anschuldigungen umgehend „solidarisch“ mit dem Opernstar gezeigt und ihrem Unglauben hinsichtlich der Vorwürfe mit Postings in den Sozialen Netzwerken Nachdruck verliehen. Andere, wie der deutsche Opernstar Jonas Kaufmann, betrachteten die Angelegenheit differenzierter -  er sei schließlich nicht dabei gewesen.

    Auftritte von Placido Domingos

    Domingos Motto ist “Wer rastet, der rostet“ und so setzt der rüstige Opernsänger seine Gastspiele im Frühling fort: Im März und April kehrt er als „Simone Boccanegra“ an die Staatsoper Hamburg zurück: „Bislang ist geplant, wenn nichts passiert was das in Frage stellt, dass die drei Vorstellungen …wie disponiert stattfinden werden“, so Pressesprecher Michael Bellgardt.

    Domingo plant zudem ein Konzert in Luzern in der Schweiz und kurz darauf dirigiert er das Russische Swetlanow-Staatsorchester mit Verdis „Requiem“ in der „Sarjadje“ Konzerthalle in Moskau. 

    ba/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Putin: Darum musste Russland Hyperschallwaffen entwickeln
    „Gigantischer Roboter“ in Area 51? Seltsame Sichtung auf Google Earth gemeldet – Video
    Moskau wirft Washington Wunschdenken in Bezug auf antiiranische Sanktionen vor
    „Ich positioniere mich nicht als künftige Präsidentin Weißrusslands“– Tichanowskaja
    Tags:
    MeToo, Plácido Domingo