18:41 08 April 2020
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    Neu-Dehli wird von gewaltsamen Krawallen erschüttert wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat: Mindestens 20 Menschen sterben, fast 200 weitere werden verletzt. Auslöser der Zusammenstöße ist ein von der Regierung durchgedrücktes Einbürgerungsgesetz, das nach Ansicht von Kritikern Muslime diskriminiert.

    Mindestens 20 Menschen sind bei den schlimmsten gewaltsamen Zusammenstößen seit Jahrzehnten in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi ums Leben gekommen. Zudem seien rund 190 Verletzte in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher des Guru-Teg-Bahadur-Krankenhauses am Mittwoch.

    Auch rund 40 Polizisten wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ob die verletzten Polizisten in der vom Krankenhaus genannten Zahl enthalten sind, war zunächst unklar. Seit Anfang der Woche gingen demnach verschiedene Gruppen mit Steinen und Stöcken aufeinander los. Auch Moscheen, Läden und Autos wurden in Brand gesteckt, wie Fernsehbilder zeigen.

    Hintergrund der Gewalt sind Proteste gegen ein vom hindunationalistischen Premierminister Narendra Modi durchgedrücktes Einbürgerungsgesetz, das nach Ansicht von Kritikern gezielt Muslime diskriminiert.

    Zehntausende protestieren gegen Einbürgerungsgesetz

    Seit Wochen haben zehntausende Menschen gegen das Gesetz protestiert, bei einigen Protesten gab es Gewalt und Tote. Die neusten Ausschreitungen fanden im Nordosten der Hauptstadt statt, wo besonders viele Muslime leben. Besonders heftig waren sie, als Anfang Woche US-Präsident Donald Trump zu einem Staatsbesuch in Indien war. Trump sagte, dass er mit Modi über das Thema gesprochen habe, Modi habe ihm versichert, dass es in Indien Religionsfreiheit gebe.

    Nach schweren Krawallen am Dienstag verhängten die Behörden in Neu-Delhi in nördlichen Bezirken der Hauptstadt eine Ausgangssperre. Muslime sind Indiens größte religiöse Minderheit, sie machen rund 14 Prozent der indischen Bevölkerung aus, rund 80 Prozent sind Hindus. Das kontroverse Gesetz erleichtert vielen illegal eingereisten Migranten aus drei mehrheitlich muslimischen Nachbarländern die Einbürgerung - sofern sie keine Muslime sind.

    leo/tm/dpa

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    Verletzte, Tote, Gewalt, Ausschreitungen, Proteste, Neu-Delhi, Indien