10:44 26 Oktober 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (201)
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    Mit der weiterwachsenden Zahl an bestätigten Infektionen, breitet sich immer mehr die Furcht vor dem Coronavirus aus. Unter den 80.000 Infizierten befindet sich nun auch ein Schweizer. Aufgrund der wachsenden Epidemie in Italien, wächst in der Eidgenossenschaft die Sorge vor Covid-19. Der Bund sieht sich mehr als gewappnet.

    Mit der stetigen Ausbreitung des Coronavirus in Italien machen sich angrenzende Länder Europas immer mehr Sorgen um die übertragbare Krankheit Covid-19. Im Norden des Landes beschloss die italienische Regierung gar mehrere Ortschaften abzuschotten. Auch wenn die Schweiz fast gänzlich verschont blieb, herrscht eine große Diskussion, um die bestmögliche Prävention. Am Dienstag gab das Bundesministerium für Gesundheit (BAG) den ersten Fall eines Erkrankten in einer Pressekonferenz bekannt, die per Livestream verfolgt werden konnte.

    Positiv getestet wurde ein 70-jähriger Mann aus Tessin, der sich Tage zuvor auf einer Versammlung in Mailand aufgehalten hatte. Dieser wäre am Dienstag noch ins Krankenhaus eingeliefert worden und liege nun auf einer isolierten Station in Lugano (Tessin). Die engsten Angehörigen müssten nun 14 Tage in Quarantäne zuhause bleiben und abwarten, ob sich Symptome entwickeln würden. Noch sei nicht klar, ob die Familie sich ebenfalls angesteckt hätte, sagte Pascale Strupler, der Direktor des BAG. Die Behörden des Kantons Tessin seien laut Angaben des BAG dabei, die einzelnen Fälle der potentiellen Angesteckten zu testen und zu eruieren.

    Bei einer Pressekonferenz der Tessiner Regierung, von welcher das „Zofinger Tagblatt“ (Zeitung im Kanton Aargau) berichtete, spricht der Kantonsarzt Giorgio Merlani über den Fall. Er betonte, dass der Infizierte richtig gehandelt habe. Erst hätte er telefonisch Kontakt mit seinem Hausarzt aufgenommen, wurde später isoliert und mit Mundschutz empfangen und er hätte sich anschließend ins Spital einliefern lassen. Merlani bezeichne dieses Verhalten als vorbildlich von allen Beteiligten.

    Schutzmaßnahmen des Schweizer Staats

    Noch ändere dieser eine Fall nichts, meinte Daniel Koch der Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten. Bisher stelle die Krankheit Covid-19 für die Schweizer Bevölkerung lediglich ein moderates Risiko dar. Dies würde sich erst ändern, wenn sie aufgrund von vielen Ansteckungsketten den Überblick über die Situation verlieren würden. In diesem Moment sei dies aber unwahrscheinlich. Sie würden nun das ausführen, was sie Tage zuvor vorbereitet hätten, so Koch zu Beginn der Konferenz.

    Zu den Maßnahmen gehöre vor allen Dingen eine Informations- und Hygienekampagne, die für stärkere Wahrnehmung und Bewusstsein sorgen soll. Vor allen Dingen sollen die Leute über die notwendigen Hygienemaßnahmen informiert werden. Die Instruktionen werden für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein, in Form von Plakaten und Flyern. Am Donnerstag soll die Kampagne in Bahnhöfen und Grenzübergängen starten, schreibt die Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“.

    Von der Schließung der Schulen und ähnlichen Institutionen werde abgesehen, sofern es nicht zu einem konkreten Fall kommt, meinte Koch. Unternehmen sollen selbst über eine Schließung entscheiden. Auch auf das Schließen der Grenzen werde verzichtet. Daniel Koch begründet dies damit, dass man den Leuten den Virus auf keinen Fall ansehen könne. Dennoch sollten Plakate mit hygienischen Vorsichtsmaßnahmen an den Grenzen aufgehängt werden.

    Mehr Tests, Telefon-Hotline und Aufklärung des Personals

    Laut Alain Berset, dem Gesundheitsminister und Bundesrat, sei die Schweiz gut vorbereitet auf das Corona-Virus. Dies hätte er laut dem „Tages-Anzeiger“ auf einer Kultur-Pressekonferenz am Mittwoch geäußert. Zehn Labors seien mittlerweile in der Lage, Tests durchzuführen, darunter befindet sich auch eins im Kanton Tessin. Somit könnten in der Schweiz täglich 1000 neue Fälle abgeklärt werden. Zudem habe das BAG eine telefonische Informationshotline eingerichtet, die seit dem ersten Fall oft überlastet war.

    ​Außerdem solle Personal beim Grenzübergang, so beispielsweise Zollbeamte oder Mitarbeiter der SBB (Schweizerischen Bundesbahnen) spezielle Instruktionen bekommen, wie sie vorgehen sollen.

    Auf das Händeschütteln soll verzichtet werden

    Schweizer Firmen haben ebenfalls ihre Methoden, um gegen das Virus vorzugehen. Man solle auf das Händeschütteln verzichten, rufen große Unternehmen wie Swisscom, Coop und der Post auf. Da das Virus mehrere Stunden in Form von kleinen Tröpfchen auf der Hand überleben kann, birgt jede Art von Kontakt eine Infektionsgefahr, schreibt die Schweizer Zeitung „20 Minuten“.

    lm

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