15:03 06 April 2020
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    Im Süden und Südwesten Deutschlands haben heftige Schneefälle und Sturmböen dem Straßen- und Bahnverkehr in der Nacht zu Freitag erhebliche Probleme bereitet. Auf einigen Strecken der Deutschen Bahn galten auch am Freitagmorgen noch Einschränkungen.

    Mehrere Unfälle wurden als Folge des Unwetters registriert, darunter:

    • Bei Ulm wurde in der Nacht ein Reisebus aus Kroatien auf schneeglatter Fahrbahn von einer Windböe erfasst und kippte um. Dabei wurden acht Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer – der 48-jährige Fahrer und eine 53 Jahre alte Passagierin. Die B10 musste über mehrere Stunden voll gesperrt werden. Sie konnte nach Angaben der Behörden erst am Morgen wieder freigegeben werden. Zwei Schwerlastkräne bargen das Fahrzeug. Der entstandene Schaden soll rund 200.000 Euro betragen.
    • In Rheinland-Pfalz starb eine Autofahrerin bei einem Unfall auf schneeglatter Straße. Die 21-jährige Frau war nach ersten Ermittlungen am Donnerstagnachmittag mit ihrem Auto nahe Wolken im Kreis Mayen-Koblenz unterwegs, als sie von ihrer Spur abkam, wie die Polizei mitteilte. Dabei stieß sie vermutlich mit dem entgegenkommenden Auto eines 60-Jährigen zusammen.
    • Im Kreis Würzburg verursachten heftiger Schneefall und glatte Straßen zahlreiche Rettungsdiensteinsätze. Es sei zu Unfällen und sturmbedingten Verletzungen gekommen, teilte der Kreisverband Würzburg des Bayerischen Roten Kreuzes mit.

    Auch in anderen Landesteilen waren in der Nacht Einsatzkräfte zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Dabei ging es meist um umgestürzte Bäume, Straßenschilder oder Bauzäune. Bei den meisten anderen Unfällen wurden Menschen leicht verletzt.

    Laut Polizeistationen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern beruhigte sich die Lage am frühen Morgen. Der Wintereinbruch wird nicht von langer Dauer sein: Bereits am Wochenende soll es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge wieder deutlich wärmer werden.

    Einschränkungen im Regionalverkehr

    Pendler und Zugreisende müssen sich in Baden-Württemberg weiter auf Einschränkungen im Regionalverkehr einstellen. Am Freitagmorgen waren nach Angaben der Deutschen Bahn noch die Schwarzwaldbahn zwischen Triberg und Villingen-Schwenningen sowie die Verbindung zwischen Schrozberg (Kreis Schwäbisch Hall) und dem fränkischen Niederstetten gesperrt. Zuvor musste am Donnerstagabend zwischen Nürnberg und Stuttgart ein IC-Zug im mittelfränkischen Leutershausen auf freier Strecke anhalten. Grund war ein Baum, der ins Gleis gekracht war. Die Reisenden mussten mindestens eine Stunde ausharren.

    Im Fernverkehr war es am Abend durch Schneefall und starken Wind zu mehreren Streckensperrungen gekommen, etwa zwischen Offenburg und Freiburg oder zwischen Nürnberg und Würzburg. Die Strecke zwischen Salzburg und Rosenheim war zeitweilig stromlos. Dadurch kam es zu Verzögerungen.

    ​Dagegen ist in Rheinland-Pfalz und im Saarland der Regionalverkehr fast nicht mehr beeinträchtigt. Inzwischen seien die meisten Strecken, die wegen des Sturms gesperrt waren, wieder verfügbar, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitagmorgen.

    Auf der Autobahn 48 bei Ulmen in Rheinland-Pfalz gerieten mehrere Lastwagen ins Schlingern und stellten sich quer. In beiden Richtungen kam es am Donnerstag infolgedessen zu Staus, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei in Mendig sagte.

    In Hessen kamen Autofahrer im abendlichen Berufsverkehr wegen Schneefalls und glatter Straßen ins Rutschen. Vor allem im Hochtaunuskreis gab es auf einigen Bundesstraßen nahe Königstein teils massive Verkehrsprobleme, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es sei zu einer Reihe von Glätteunfällen gekommen. Meist blieb es bei Blechschäden, auch von mehreren Leichtverletzten berichtete der Polizeisprecher. Glatt und rutschig war es auch auf vielen Straßen in Mittel- und Osthessen, vor allem in den höheren Lagen.

    msch/dpa

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    Tags:
    Rheinland-Pfalz, Autounfall, Staus, Nahverkehr, Zugverkehr, Verkehr, Baden-Württemberg, Sturm, Schnee, Unwetter