06:29 31 Oktober 2020
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    Japans Premierminister Shinzo Abe war gezwungen, während einer Pressekonferenz die Situation um das Verschwinden von Toilettenpapier und Servietten aus den Läden zu kommentieren. Er unterstrich, dass diese Waren im Land hergestellt würden und es daher keine Lieferengpässe hinsichtlich beliebiger Stoffe aus China geben könne.

    „Es werden weiterhin falsche Gerüchte verbreitet. Ich bitte nachdrücklich, diesen nicht zu glauben und nicht in Panik Waren aufzukaufen. Das Land hat ausreichende Vorräte“, betonte er.

    Zuvor waren diese Woche in japanischen sozialen Netzwerken Informationen verbreitet worden, dass bei der Herstellung von Toilettenpapier die gleichen Materialien wie auch für die Herstellung von Einwegschutzmasken genutzt würden, die im Lande jetzt tatsächlich schwer zu kaufen seien. Darüber hinaus seien Mitteilungen im Netz darüber aufgetaucht, wie man Masken selbständig anfertigen könne, wozu man nur Küchentücher, Servietten oder andere kosmetische Papierartikel und Gummis brauche. Dies habe dazu geführt, dass bereits zum Freitag in vielen Großstädten ein Defizit an Toilettenpapier und Servietten entstanden sei.

    "Eine Packung pro Familie"

    Die entstandene Situation versuchten Vertreter der japanischen Assoziation für kosmetische Papierindustrie zu beruhigen. Auf der Pressekonferenz sei der Bevölkerung nachdrücklich erklärt worden, dass die Hauptproduktion des Toilettenpapiers in Japan und nicht in China liege und dass deshalb keine Lieferengpässe erwartet würden. Allerdings seien viele Läden und Apotheken zum Freitagabend gezwungen gewesen, Einschränkungen wie „eine Packung pro Familie“ auch für diese Waren einzuführen, da zu jener Zeit alle Regale, die gewöhnlich mit Waren für jedermanns Geschmack und Geldbörse vollgestellt sind, fast leer waren.

    Am Samstagmorgen hatte sich die Situation noch verschlechtert. Menschen, die über die Nachrichten und die entstandene Situation beunruhigt waren, hatten sich schon eine oder anderthalb Stunden vor der Öffnung der Einkaufszentren dort angestellt. Die Menschen haben dann ihre Einkaufswagen mit Reistüten, Packungen von Instant-Nudeln, Spagetti, Soßen und Gefrierkonserven vollgestopft.

    Aktuell sind in Japan 945 Fälle der Coronavirus-Infizierung bestätigt worden. 705 Menschen davon sind  Passagiere und Crew-Mitglieder des Kreuzfahrtschiffs „Diamond Princess“. Nach Angaben der Mediziner seien 11 Menschen gestorben, weitere 50 befinden sich in einem kritischen Zustand.

    Neuartiges Coronavirus

    Ende Dezember hatte Peking die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Ausbruch einer Lungenentzündung unbekannter Ursache in der Stadt Wuhan (Provinz Hubei) informiert. Als Krankheitserreger wurde etwas später das Coronavirus 2019-nCoV identifiziert, das den Namen Sars-CoV-2 erhielt. Die neue Corona-Lungenkrankheit hat von der WHO den offiziellen Namen Covid-19 bekommen. Die WHO hat wegen des Coronavirus einen internationalen Gesundheitsnotfall ausgerufen.

    Coronavirus-Fälle weltweit

    Inzwischen wurden aus zahlreichen Ländern erste Fälle gemeldet, etwa aus Israel, Dänemark, Norwegen, Deutschland, Estland, Rumänien, Weißrussland und Litauen. In Italien gibt es mit mehr als 880 Infizierten und mindestens 21 Toten den größten Ausbruch in Europa.

    In Festlandchina stieg die Zahl der erfassten Infektionen auf rund 85.400, die Zahl der Toten lag in der offiziellen Statistik für Festlandchina bei 2835. Seit einer neuerlichen Änderung der Zählweise vergangene Woche hat sich der täglich berichtete Anstieg der neuen Infektionen mit dem Virus und der Todesfälle in der Statistik Chinas deutlich reduziert. Die Zahl der Genesungen liegt weltweit bei mehr als 39.000.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Coronavirus, Panik, Mangel, Toilettenpapier, Japan