06:28 21 September 2020
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    In den letzten Jahren gibt es immer mehr Fälle von Kannibalismus unter Eisbären, was vor allem auf die Anpassung an die veränderten Lebensbedingungen zurückzuführen ist. Dies berichten russische Medien unter Verweis auf Ilja Mordwinzew vom Sewerzow-Institut für Umwelt- und Evolutionsprobleme der Russischen Akademie der Wissenschaften.

    Die Tatsache, dass Eisbären ihre Artgenossen fressen können, ist den Forschern schon längst bekannt, aber der derzeitige Anstieg solcher Fälle weckt unter den Biologen Besorgnis.

    Fehlende Nahrung

    Laut Mordwinzew mangelt es in der Arktis in manchen Jahreszeiten an Nahrung. Da greifen dann große Männchen Weibchen mit Jungen an.

    „Aufgrund der aktiven Ölforderung auf der Jamal-Halbinsel und dem Bau eines Gasverarbeitungswerks funktioniert ganzjährig der Durchgang von der Bucht des Ob-Flusses zur Barentssee, was es früher nicht gab. Die Ob-Bucht war immer ein Jagdrevier des Eisbären. Jetzt bleibt sie das ganze Jahr über eisfrei“, unterstrich der Wissenschaftler.

    Außerdem gehen die Bären öfters an Land auf Futtersuche. In letzter Zeit gab es daher immer wieder Berichte, dass sich Eisbären menschlichen Siedlungen genähert haben. So etwas komme immer häufiger vor, so Mordwinzew.

    Menschliche Aktivitäten in der Arktis

    Die Zunahme der Kannibalismus-Fälle könne auch daran liegen, dass in den polaren Regionen immer mehr Menschen leben. Den russischen Wissenschaftlern nach gab es in der Arktis früher nicht so viele Menschen, die Kannibalismus unter den Eisbären hätten feststellen können.

    „Jetzt bekommen wir Hinweise nicht nur von Forschern, sondern auch von den Mitarbeitern der Ölfördergesellschaften und dem Russischen Verteidigungsministerium. Wir stellen fest, dass Kannibalismus unter den Eisbären zunimmt“, sagt Mordwinzew.

    Mordwinzew bezeichnete den Zustand der beobachteten Eisbären als gut. Laut einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie stiegen Eisbären im Sommer auf Pflanzen und Vogeleier als Nahrung um.

    Trotzdem fände man keinen einzigen toten Eisbären in den untersuchten Gebieten, der an Unterernährung gelitten hätte, schloss Mordwinzew.

    Zuvor hatte das russische Umweltministerium mitgeteilt, dass eine umfassende Zählung der Eisbären in Russland im Zeitraum von 2021 bis 2023 stattfinden werde.

    ac/mt

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    Tags:
    Arktis, Kannibalismus, Eisbären, Russland