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    Die Ko-Vorsitzende der schwedischen Partei „Feministische Initiative (Feministiskt initiativ) Farida al-Abani hat in einem Video „Millionen“ Migranten angesprochen und sie ins Land eingeladen. Bei einem erneuten Migrantenansturm könnte Schweden Menschlichkeit und eine richtige Verantwortung an den Tag legen.

    In einem Video, das in den sozialen Medien viral verbreitet wurde, sprach die in Libyen geborene Parteichefin „Millionen“ Migranten auf Arabisch an und lud sie nach Schweden ein.

    Auf diese Weise reagierte die Aktivistin offenbar auf das Verhalten des Vorsitzenden der größten schwedischen Partei „Schwedendemokraten“, Jimmie Åkesson. Der Politiker hatte kürzlich an der griechischen Grenze Flugblätter verteilt, die Migranten darüber informierten, dass Schweden „voll“ sei und ihnen weder Geld noch eine Wohnung zur Verfügung stellen könne.

    „Ich sage: Eine rassistische Partei verbreitet Lügen, hört nicht auf sie, willkommen hier, wir sind nicht voll“, twitterte al-Abani in einem Vorwort zu dem Video.

    ​​In einer entsprechenden Facebook-Mitteilung schrieb sie, Schweden brauche eine Wiederholung der Migrationskrise 2015. Den Bericht hat sie mit dem Hashtag „2015 wieder“ versehen.

    „Was Schweden braucht, ist ein weiteres 2015, und wir brauchen eine Politik, die die damalige Menschlichkeit widerspiegelt“, äußerte al-Abani. „Es ist für Schweden an der Zeit, zu dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen zurückzukehren, und es ist an der Zeit für uns, unsere Grenzen zu öffnen, bevor diese wachsenden Barrieren auf uns fallen. Lasst uns zeigen, wie eine echte Verantwortung aussieht“.

    Internet-Nutzer waren von der Initiative der Aktivistin nicht begeistert: „Eine großartige Idee! Wie viele Immigranten kannst du in deiner Wohnung in Bromma versorgen?“ erwiderte die Userin YayHormones.

    ​„Schweden hat seit 1980 2,5 Millionen Aufenthaltsgenehmigungen erteilt (Statistik des Migrationsamtes). Jahrzehnt für Jahrzehnt wird die Aufnahme pro Einwohner größer! Es gibt keine Wohnmöglichkeiten, keine Arbeitsplätze und keine Sozialhilferessourcen mehr. Es ist nicht mehr möglich. Wir können die Integration nicht meistern! Wer profitiert davon, dass Schweden zerbricht?“, empörte sich die Nutzerin Eva Marcusdotter.

    ​Migrationskrise 2015

    2015 waren rund 163.000 Asylanträge in Schweden gestellt worden. Die Bevölkerung des Landes zählt etwa zehn Millionen Einwohner.

    Laut einer Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Joakim Ruist betrugen 2018 die Lebenskosten für Migranten drei Millionen schwedische Kronen (umgerechnet 283.000 Euro) pro Kopf.

    „Feministische Initiative“

    ​Bei der Europawahl 2014 hatte die von der ehemaligen Vorsitzenden der Linkspartei Gudrun Schyman gegründete „Feministische Initiative“ 5,3 Prozent der Wählerstimmen in Schweden erhalten und konnte eine Abgeordnete ins europäische Parlament schicken.

    Bei den Wahlen 2018 vereinigte die Partei lediglich 0,4 Prozent der Stimmen auf sich. Die Partei kämpft für Feminismus, Gleichberechtigung und LGBT-Rechte, verfolgt eine Politik der offenen Grenzen und sieht sich als eine Kraft gegen „institutionellen Rassismus“.

    Öffnung der Grenzübergänge nach Griechenland durch die Türkei

    Nach der Verschärfung der Lage in der syrischen Provinz Idlib hatte die Türkei in der vergangenen Woche verkündet, den Ansturm von Flüchtlingen und Migranten nicht mehr aufhalten zu können, und daraufhin ihre Grenzen zur EU geöffnet. Infolge machten sich Tausende Migranten auf den Weg zur griechischen Grenze, wo sie auf entschiedenen Widerstand vonseiten des Grenzschutzes stießen.

    asch/ae/

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    Tags:
    Einladung, Feministin, Asyl, Migrationskrise, Migranten, Schweden