18:08 22 Oktober 2020
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    In Buenos Aires ist eine Liste mit den Namen von 12.000 Nazis entdeckt worden, die ab den 1930er Jahren in Argentinien gelebt haben sollen. Mehrere davon lagerten ihr Geld auf den Konten bei der Schweizerischen Kreditanstalt, der Vorgängerin der heutigen Bank Credit Suisse. Dies hat das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Buenos Aires publik gemacht.

    Diese Liste, veröffentlicht Anfang der Woche, wurde demnach von dem einheimischen Historiker Pedro Filipuzzi in Buenos Aires gefunden, der später das Dokument dem Simon-Wiesenthal-Zentrum übergab. Darin sollen die Namen jener Nazis stehen, die Konten bei der Schweizerischen Kreditanstalt, der heutigen Bank Credit Suisse, eröffnet hatten.

    Die Beamten des Menschenrechtszentrums von Simon Wiesental nehmen an, dass auf diesen Konten Geld gelagert werden könnte, das früher von den verfolgten Juden beschlagnahmt worden sei.

    „Es ist höchstwahrscheinlich, dass auf diesen nicht funktionierenden Bankkonten Geld gelagert wird, das gemäß den Nürnberger Rassengesetzen von den jüdischen Opfern des Nazi-Regimes beschlagnahmt wurde“, heißt es in der Stellungnahme des Wiesental-Zentrums, die in dieser Woche abgegeben worden ist.

    Die Credit Suisse, eine der führenden Schweizer Banken mit dem Hauptsitz in Zürich, wies darauf hin, dass von 1997 bis 1999 eine eingehende Archiverkundung bei Credit Suisse und 60 anderen Schweizer Banken stattgefunden habe. Dies hatte die Aufdeckung von Konten zum Ziel, die den Opfern der NS-Verfolgungen gehören konnten oder tatsächlich gehörten.

    „Die unabhängige Kommission, die die Erkundung durchführte, kam damals zu dem Schluss, dass ihre Ermittlung eigenartig war und das Ergebnis einer langen und harten Arbeit der Experten darstellte“, antwortete Credit Suisse auf eine Anfrage des Online-Portals „Swissinfo.ch“.

    Die Bank fügte auch hinzu, dass sie „sich wieder mit dieser Frage auseinandersetzen wird“.

    Warum gab es in Argentinien so viele Nazis?

    In seiner Stellungnahme teilte das Wiesental-Zentrum mit, dass die veröffentlichte Liste in einem alten Archiv vom argentinischen Historiker Pedro Filipuzzi entdeckt worden sei, als er mit Nazi-Akten gearbeitet habe. Wie das Wiesental-Zentrum berichtet, lebten in Argentinien ab 1938 bis 1.400 NSDAP-Mitglieder. Rund 12.000 Menschen sympathisierten der sogenannten „Unión Alemana de Gremios“, einem „Bund der deutschen Gewerkschaften“, etwa 8.000 Menschen unterstützten andere NS-Organisationen.

    „Dazu gehören auch Finanzinstitute wie die Banco Alemán Transatlántico und die Banco Germánico de América del Sur. Beide Banken haben offenbar Nazi-Gelder in die Schweiz überwiesen“, sagte Shimon Samuels, Direktor für internationale Angelegenheiten beim Wiesenthal-Zentrum.

    Am Ende des Krieges flohen Dutzende von Nazis, darunter Josef Mengele und Adolf Eichmann, in verschiedene Länder Südamerikas, darunter auch nach Argentinien. Die Anwesenheit einer großen Anzahl von Nazis in Argentinien war das Ergebnis einer Politik, die in den 1930er Jahren vom nationalsozialistischen Militärregime des Präsidenten José Félix Uriburu (1968-1932) und seinem Nachfolger Augustine Pedro Justo (1876-1943) betrieben wurde.

    Im Jahr 1938 wurde Justos Regime durch den Anti-Nazi-Präsidenten Roberto Marcelino María Ortiz (1886-1942) ersetzt, der die „Sonderkommission für die Ermittlung anti-argentinischer Aktivitäten“ bilden ließ, die das Ziel der „Entnazifizierung Argentiniens” verfolgte.

    ac/mt

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    Tags:
    Liste, Opfer, Juden, Geld, Konto, Nationalsozialismus (Nazismus), Nazis, Argentinien, Schweiz, Credit Suisse Group AG