13:28 23 Oktober 2020
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    Venezuelas Innenminister Néstor Reverol hat am Samstag über neue Festnahmen von Angestellten und führenden Mitarbeitern der staatlichen Öl- und Gaskorporation PDVSA berichtet. Unter den 38 Festgenommenen befinden sich die Crewmitglieder des Tankers „Negra Hipólita“, der Präsident des Unternehmens PDV Marina und sein Berater sowie sechs Manager.

    „Im Rahmen einer interinstitutionellen Untersuchung unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft sind neben den 30 Mitgliedern der Tanker-Besatzung weitere acht Personen festgenommen worden“, sagte Reverol dem TV-Sender „Iguana“.

    Dem Minister zufolge haben Mitarbeiter der Hauptverwaltung für den militärischen Abschirmdienst die Entwendung von Brennstoffen aus der Ölraffinerie Paraguana im Bundesstaat Falcón aufgeklärt. Es handelt sich um 40.000 Barrel Benzin, 36.000 Barrel Dieseltreibstoff und 50.000 Barrel Flugkerosin, die der Tanker „Negra Hipólita“ an die Seegrenze zwischen Venezuela und den Niederländischen Antillen gebracht hatte und die dann auf den unter kolumbianischer Flagge fahrenden Tanker „Panamanian Glory“ verladen wurden.

    Die venezolanischen Seestreitkräfte brachten die „Negra Hipólita“ auf und eskortierten den Tanker zum Marinestützpunkt Agustín Armario in Puerto-Cabello. Dort wurde das Schiff durchsucht und seine Crew verhaftet.

    Vor dem Hintergrund einer Sanktionsverschärfung seitens des US-Finanzministeriums gegen die Handelspartner des venezolanischen Ölunternehmens hatte Präsident Nicolás Maduro am 20. Februar den Ausnahmezustand ausgerufen und eine Reform der Ölbranche gestartet. Die zu diesem Zweck eingesetzte Kommission zur Umstrukturierung des Unternehmens wird von dem für Wirtschaft zuständigen Vizepräsidenten Tareck El Aissam geleitet.

    ​Der venezolanische Geheimdienst hatte am 28. Februar zwei leitende Mitarbeiter des Bereichs Versorgung und Handel der Korporation PDVSA verhaftet. Den beiden wird zur Last gelegt, vertrauliche Informationen strategischer Art an die US-Regierung geliefert zu haben, die dadurch die Möglichkeit erhielt, die Ölbranche Venezuelas zu beeinträchtigen.

    Am 29. Februar wurden Umbesetzungen innerhalb der PDVSA-Leitung bekannt: Auf Präsidentenerlass wurden neue Vizepräsidenten ernannt, die für Erkundung und Förderung, Verarbeitung, Handel und Lieferungen sowie für Finanzen und Personal zuständig sind.

    Am 3. März wurde wegen Diebstahl von Schmierstoffen, Ölen und Sulfonsäure der Präsident einer weiteren PDVSA-Abteilung, Oscar Rafael Aponte Landaeta, festgenommen.

    Massenproteste in Venezuela

    Seit Ende Januar 2019 toben in Venezuela Massenproteste gegen den kurz davor vereidigten Präsidenten Maduro. Der Chef der von der Opposition kontrollierten Nationalversammlung, Juan Guaidó, erklärte sich gesetzwidrig zum kommissarischen Staatschef. Er wurde von mehreren westlichen Ländern mit den USA an der Spitze anerkannt. Im Gegenzug nannte Maduro den Parlamentspräsidenten eine US-Marionette. Russland, China, die Türkei und mehrere andere Länder unterstützten Maduro als legitimen Präsidenten. In Moskau wurde der „Präsidentenstatus“ von Guaidó als nichtexistent eingestuft.

    ls/sb

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    Tags:
    US-Finanzministerium, Nicolas Maduro, Nicolás Maduro, PDVSA, Venezuela