03:24 03 Juni 2020
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    Das Coronavirus belastet die Weltwirtschaft sehr. Vor allem Betriebe müssen sich umstellen. So auch eine Brennerei in Bern, die normalerweise Gin oder Wodka produziert – nun aber Desinfektionsmittel herstellt und damit ziemlich gefragt ist.

    Laut der Österreichischen Zeitung „Heute“ ist die Nachfrage nach Sterilisierungsmitteln in der Schweiz derzeit enorm hoch. Apotheken und Supermärkte sollen nur schwer hinterherkommen. In dieser Situation helfen lokale Brennereien aus, welche Desinfektionsmittel herstellen können.

    Die Betreiber einen solchen Brennerei in Bern hätten dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ihre Hilfe selbst angeboten, woraufhin das BAG eine Ausnahmebewilligung erteilt habe. Derzeit würde das Mittel in der Brennerei hergestellt und soll bereits nächste Woche an Coop-Filialen im Kanton ausgeliefert werden.

    Für die Betreiber der Brennerei sei es wichtig gewesen, dass der Verkauf der Desinfektionsmittel zu erschwinglichen Preisen erfolge.

    „Gerade jetzt, wo die letzten Desinfektionsmittel für Wucherpreise weggehen, war uns dies wichtig“, sagte Adrian Gass, Stellvertretender Leiter der Brennerei in Bern.

    Das Berner Unternehmen  sei vor allem für seine Gin-Kreationen bekannt, produziere aber auch Wodka oder Absinth. Die Produktion der begehrten Ware soll simpel sein.

    „Der Wirkstoff im Desinfektionsmittel ist hochprozentiger Alkohol, ergänzt durch verschiedene Zusatzmittel und Wasser", erklärte Gass. Die Zusatzmittel seien notwendig, damit das Desinfektionsmittel verträglicher für die Haut sei und nicht getrunken werden könne.

    Mehrere Hundert Liter auf Lager

    Doch das Engagement der Brennerei hat auch seinen Grund. Gass zufolge haben sich viele Personen von ihren Events abgemeldet, was zu Einnahmeeinbußen geführt habe. Mit den Desinfektionsmitteln könnten diese ausgeglichen werden.

    „Wir versuchen das Desinfektionsmittel von unseren herkömmlichen Produkten zu trennen", sagte Gass. Deswegen kämen die Fläschchen auch nicht in dem schönen und verschnörkelten Brennerei-Design in die Läden.

    Der Präsident des Verbandes „Die Schweizer Brenner“, Augustin Mettler, bezeichnete das Engagement als „eine super Sache“. An Alkohol würde es in der Schweiz nicht mangeln. Auch die kleineren Betriebe hätten jeweils mehrere Hundert Liter auf Lager. „Viele Brennereien werden wohl für die nächste Zeit zu Produzenten von Desinfektionsmitteln", so Mettler.

    mka/gs

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    Tags:
    Schweiz, Alkohol