06:13 09 April 2020
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    Was mit einer weiteren Niederlage für die Wehrmacht endete, hatte vor 75 Jahren mit einer Offensive begonnen: Am 16. März 1945 setzte die Sowjetarmee nach der Befreiung Budapests erneut zum Sturm auf die Wehrmachtsverbände an, um Wien freizukämpfen.

    Auf Stalins Befehl vom 17. Februar 1945 begann die Rote Armee mit den Vorbereitungen für die „Wiener Operation“. Die Sowjetführung hatte die Streitkräfte angewiesen, einen Einsatz zur Zerschlagung der Heeresgruppe Süd vorzunehmen, um weiter in das Gebiet um Bratislava, Brno und Wien vorzustoßen. Die Großoffensive war auf den 15. März angesetzt worden. Daraufhin nutzte die Wehrmacht eine Gegenoffensive am Plattensee, um die sowjetischen Truppen zur Donau zurückzuwerfen. Ergebnislos: Die deutschen Panzerverbände wurden zerschlagen – die Sowjetarmee hatte die Kräfte frei für den Befreiungsschlag.

    In die „Wiener Operation“ zogen auf sowjetischer Seite die Truppen der 3. Ukrainischen Front unter Marschall Fjodor Tolbuchin mit einem Teilkontingent der 2. Ukrainischen Front unter Marschall Rodion Malinowski und weiteren Truppenverbänden. Über 640.000 Soldaten und Offiziere zählte die Rote Armee in diesem Einsatz – mit über 12.000 Geschützen, 1.300 Panzern und Panzerfahrzeugen, rund 1.000 Flugzeugen. Weitere 100.000 Mann stellten Einheiten aus Bulgarien.

    Dagegen standen auf deutscher Seite die Heeresgruppen Süd, E und F mit ungarischen Truppenteilen – insgesamt 410.000 Soldaten und Offiziere, rund 700 Panzer und Haubitzen, knappe 6.000 Geschütze, circa 700 Flugzeuge.

    Aufgestellt wurden die Wehrmachtsverbände in drei Abschnitten. Ein fünf bis sieben Kilometer breiter Streifen verlief entlang der Gran: Schützengräben mit Feuerstellungen, durch Minenfelder gesichert. Auch die Zufahrten zu der Stadt Stuhlweißenburg wurden vermint. In 20 bis 30 Kilometern Entfernung verlief der zweite Abschnitt. Die Zugänge zur Raab wurden befestigt, die gleichnamige Stadt wurde als Hochburg abgeschirmt – die Deutschen waren sich ihrer Uneinnehmbarkeit sicher. Der dritte Abschnitt verlief entlang der österreichisch-ungarischen Grenze. Auch hier: Panzergräben, -sperren und Minenfelder. Mehrere Kleinstädte wurden zu Festungen ausgebaut.

    Um 15.35 Uhr am 16. März ging es los. Nach einstündigem Artilleriebeschuss rückten zwei Gardearmeen aus der rechten Flanke der 3. Ukrainischen Front in die Offensive. Vor Nachteinbruch gelang es den Truppen, sich auf bis zu sieben Kilometer in die Verteidigung der Wehrmacht hineinzukeilen. Die Deutschen leisteten heftigen Widerstand, kämpften besonders erbittert um Stuhlweißenburg.

    Die Sowjettruppen verfolgten die Wehrmachtseinheiten, die Boden aufgaben, um sich an den dritten Befestigungsabschnitt zurückzuziehen: Am 4. April befreiten die Kräfte der 2. Ukrainischen Front die Stadt Bratislava und gingen vor Wien in Position. Die Deutschen waren von drei Seiten eingekesselt.

    Gekämpft wurde Bezirk um Bezirk. Als einzige Rückzugsmöglichkeit blieb der Wehrmacht nur die Reichsbrücke – die einzige, die die Deutschen nicht gesprengt hatten. Schließlich verminten sie auch diese; und nur durch beherztes Eingreifen einer sowjetischen Luftlandedivision konnte die Sprengung verhindert werden. Um Mittag am 13. April war Wien wehrmachtsfrei.

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    Tags:
    Befreiung, Rote Armee, Wien, Zweiter Weltkrieg