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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    Italienische Filmemacher haben Videobotschaften von Landsleuten veröffentlicht als „Warnung aus der Zukunft“.

    Es sind schon jetzt millionenfach geklickte Nachrichten, die Italiener aus der heutigen Quarantäne gewissermaßen an "sich selbst von vor zehn Tagen" schicken – Ratschläge für das noch sorglose „Vergangenheits-Ich“. Die Botschaften sind eindringlich und deutlich.

    Sie sind weiter ausgegangen, haben sich in Cafés, Bars und Restaurants mit Freunden getroffen, waren beim Training, bei der Arbeit oder im Theater – haben gelebt, geliebt, gelacht. Letzteres dürfte Vielen vergangen sein, angesichts der gestiegenen COVID-19-Infektionsraten und Sterberaten.

    Pandemie-Zeitkapsel

    Zu sorglos wurde zu Beginn der Corona-Krise mit Warnungen und Direktiven umgegangen. Unverständlich sei die – insbesondere aus heutiger Sicht. Die Epidemie verteilt sich gewissermaßen gestaffelt, noch sind nicht alle Länder gleichermaßen stark betroffen. Was auch immer die Menschen während einer globalen Pandemie dazu bringt, den Rat von Experten zu ignorieren und einfach weiterzumachen wie bisher – sie könnten es bereuen.

    Warum also nicht aus den Fehlern anderer lernen, schließlich sitzen wir alle im selben Boot? Das „Hier und Jetzt“ mag für Menschen mit bereits durchlaufenen Erfahrungen wie eine Zeitkapsel wirken.

    Ein aufrüttelndes Video

    Und genau das zeigen die Mailänder Filmemacher von „A Thing By“.

    „Es wird angenommen, dass die USA, England, Frankreich, Spanien und Deutschland zirka neun bis zehn Tage hinter den COVID-19 Entwicklungen in Italien liegen. Wir haben Menschen in ganz Italien gebeten, eine Nachricht an ihr Vergangenheits-Ich von vor zehn Tagen aufzunehmen.“

    Die Videobotschaften stammen von Vielen: Da sind Francesca, Salvatore oder Anna. „Ich spreche aus der Zukunft zu dir“ heißt es, „ein gewaltiges Durcheinander steht uns bevor“ und „ich bin mir sicher, dass du das Corona-Virus unterschätzt“.

    Mundschutzmasken 

    „Menschen, die Mundschutzmasken trugen, belächelte ich“, teilt eine maskierte Botschafterin aus der Zukunft mit. Eine andere an sich selbst gerichtet: „Du Idiotin! Bis vor zehn Tagen bin ich sogar noch zu Arbeitsbesprechungen gegangen, zu Essen mit Freunden, ins Fitness-Studio, zum Friseur.“ Normale Dinge habe sie getan, bei denen niemand davon ausging, sie würden jemandem schaden.

    Der schlimmste angenommene Fall

    „Aber!“, so ein anderer Botschafter aus der „Zukunft“: „Dein Leben wird sich verändern!“ und „Das worst-case–scenario (der Schlimmste angenommene Fall) wird Wirklichkeit.“ Die Botschafter berichten ihrem Vergangenheits-Ich über die rasant gestiegenen Infektionen und Todeszahlen im fünfstelligen Bereich. Auch junge Menschen seien auf Intensivstationen, die beatmet werden müssten.

    „Vermassel´ es nicht!“

    „Wir haben es unterschätzt“, gefolgt von „Wenn du rausgehen musst, dann nur, wenn es wirklich unabdingbar ist“ und: „Wenn du Zuhause geblieben wärst, müsste ich es jetzt vielleicht nicht sein“, so ein junger Mann in der Botschaft an sich selbst vor zehn Tagen. „Beginne sofort, deinen Teil beizutragen“, heißt es, und „vermassel´es nicht!“: „Bleib zuhause.“

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    Pandemie, Italien, Coronavirus