05:38 09 April 2020
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    In der norditalienischen Stadt Bergamo wird laut örtlichen Medien fast alle 30 Minuten eine Beerdigung abgehalten. Die Friedhöfe sind voll belegt, die Bestatter kommen nicht mehr nach. Auch vor den Krematorien stapeln sich die Särge. Deshalb muss das Militär nun Abhilfe schaffen.

    In der 120.000-Einwohner-Stadt sterben so viele Menschen am Coronavirus wie sonst nirgendwo in Italien. Allein am Dienstag zählte die Stadt 44 Tote, am Montag waren es laut Medien sogar 60. Insgesamt 553 Todesopfer forderte die Virus-Epidemie bislang in der gesamten Provinz.

    ​Weil die Friedhöfe von Bergamo voll belegt und die Krematorien überlastet sind, hilft nun das italienische Militär, die Särge mit den Verstorben zur Einäscherung in die Nachbarregionen Bologna und Modena abzutransportieren.

    ​Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori sprach von einem „tragischen Moment” für die Stadt. „Das ist ein besorgniserregendes Zeichen der Unsicherheit und Verwirrung der Organisation dieses Notfalls, der klare Ideen und sichere Entscheidungen erfordert“, zitiert ihn die italienische Zeitung „Corriere“.

    Bestatter in der norditalienischen Stadt Bergamo kommen wegen der hohen Zahl der Corona-Opfer nicht mehr nach, 16. März 2020
    © AFP 2020 / PIERO CRUCIATTI
    Bestatter in der norditalienischen Stadt Bergamo kommen wegen der hohen Zahl der Corona-Opfer nicht mehr nach, 16. März 2020

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    Särge in einer Kirche in Bergamo, 19. März 2020
    © AFP 2020 / STRINGER
    Särge in einer Kirche in Bergamo, 19. März 2020

    Die Zahl der Toten ist in Italien im Vergleich zu den offiziell gemeldeten Infizierten auffällig hoch. Dafür könnte es laut der Deutschen Presse-Agentur mehrere Gründe geben: Italien hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit. Zudem wohnen viele Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln in einem Haus oder sind mehr als zum Beispiel in Deutschland in das tägliche Leben eingebunden. Daher sind Ansteckungen leichter möglich. 

    ta/gs

     

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    Tags:
    Militär, Tote, Coronavirus, Italien