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    Corona-Pandemie breitet sich weiter aus – alle Entwicklungen (529)
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    Atemschutzmasken waren schon ausverkauft, noch bevor sich das Coronavirus nach Europa oder Amerika ausbreitete. Dies gilt nicht nur für die ausverkauften Masken in Apotheken: Auch Krankenhäuser haben mit massiven Mängeln zu kämpfen. In Seattle sind die Ärzte gezwungen, kreativ zu werden, um die nötigen hygienischen Standards weiterhin zu erfüllen.

    Mit 74 Toten und 1376 Infizierten (Stand 20.03.) ist der Staat Washington in den USA mit am stärksten vom Coronavirus betroffenen. Auch hier sind die Einschränkungen und der Mangel an Ware stark zu spüren: Laut der internationalen Nachrichtenagentur „Reuters“ müssen Ärzte aus Seattle nun ihren Mundschutz sogar selbst herstellen - aus Plastikfolien. Die Ärzte sind gezwungen, zu improvisieren.

    Die Vizepräsidentin des „Providnece St. Joseph’s Health“, einer katholischen Organisation, der 51 Krankenhäuser in fünf Staaten gehören, Marina Tizon, sprach mit „Reuters“:

    „Innerhalb von wenigen Tagen, wird unsere gesamte medizinische Ausrüstung aufgebraucht sein. Wir erwarten zwar Nachschub, doch bis dahin sind wir gezwungen, zu improvisieren."

    Dabei sind es nicht nur die Masken, die in den Krankenhäusern vermisst werden. Schürzen und Augenschutz sind ebenfalls knappe Güter, auf deren Nachschub stark gehofft wird. Laut der Aussage vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, befänden sich jedoch Millionen von Masken in der Produktion. Doch er sehe laut „Reuters“ ein, dass das Gesundheitssystem in den USA „veraltet“ sei. Die Hersteller von Atemschutzmasken seien nie auf einen solchen Notfall vorbereitet gewesen.

    Aufruf zur Masken-Spende

    Um mit diesem Problem der mangelnden Ausstattung umzugehen, fordern immer mehr Krankenhäuser dazu auf, Masken und weitere medizinische Schutzausrüstung zu spenden. Dazu aufgerufen wurden Privatunternehmen und andere Einrichtungen, welche diese nicht dringend bräuchten. Initiatorin dieses Aufrufs sei laut „Reuters“ unter anderen die „Illinois Health and Hospital Association“. Die Präsidentin der Assoziation sagte dazu: „Krankenhäuser im ganzen Land sind in großer Gefahr, dass ihre medizinischen Bestände ausgehen.“

    Auch in Deutschland kommen solche Spenden vor. So hat der Volkswagen-Konzern bekanntgegeben, dass er 200.000 Atemschutzmasken an die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen Deutschlands spenden möchte. Im Zuge der Schließung der deutschen VW-Werke würden sie laut der „Braunschweiger Zeitung“ die Atemschutzmasken nicht mehr benötigen.

    Mangel an Masken weltweit

    90 Prozent der hergestellten Schutzmasken werden außerhalb der USA produziert. Dies führe zu großen Mangelbeständen innerhalb des Landes. Durch das Verbot, medizinische Schutzausstattung zu exportieren, wurde somit auch eine große Lieferung Gesichtsmasken aus der Schweiz an die USA verhindert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur „U.S.News“. Allgemein herrsche zurzeit in den meisten Ländern – am stärksten davon betroffen Italien – ein großer Notstand an Masken. Vor allem sind diese Mängel durch die Sperre von Exporten aus Ländern wie China, Taiwan und Indien verursacht.

    lm

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    Vereinigte Staaten, Ärzte, Mundschutzmasken, Atemschutzmasken, Coronavirus