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    In den Medien gibt es mehrere Spekulationen darüber, welche Faktoren zur Infizierung mit dem Coronavirus beitragen und wie man diese vermeiden kann. Der Leiter des Labors für Mikroorganismenökologie an der Schule für Biomedizin bei der FEFU*, Professor Michail Schelkanow, hat erklärt, ob COVID-19 und die ethnische Zugehörigkeit zusammenhängen.

    „Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Beweise dafür, dass die ethnische Zugehörigkeit die Wirkung des Virus verstärken oder abschwächen kann. Das Alter – ja. Es ist bekannt, dass Kinder unter zwölf Jahren seltener und in milderer Form erkranken – das ist statistisch bestätigt, und wir kennen den molekularen Mechanismus dafür. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie aus der Risikogruppe ausgeschlossen werden sollten“, stellte der Wissenschaftler fest.

    Er fügte hinzu, dass man mit dem Alter in andere Risikogruppen fiele – wegen Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw. Menschen mittleren Alters seien aber keineswegs nur wegen ihres Alters geschützt, so der Professor. 

    Die ethnische Zugehörigkeit beeinflusst kaum die Ansteckung mit dem Virus oder den Krankheitsablauf, kann jedoch einen Grund für die Diskriminierung bestimmter Personengruppen wegen der Pandemie darstellen. Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte noch im Februar seine Besorgnis darüber:

    „Es ist leicht, (...) Perspektiven einzunehmen, bei denen es zu Diskriminierung kommt, die Menschenrechte verletzt werden und unschuldige Menschen allein aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit stigmatisiert werden”, sagte Guterres in einer Pressekonferenz.

    Anfang März hatte die Polizei in London zwei Jugendliche wegen eines rassistisch motivierten Angriffs auf einen 23 Jahre alten Studenten aus Singapur vorübergehend festgenommen. Laut BBC hatte der Student Jonathan Mok der University College London angegeben, dass er am 24. Februar in der Einkaufsmeile Oxford Street von einer Gruppe von Männern zusammengeschlagen wurde, die zu ihm gesagt haben sollen: „Ich will dein Coronavirus nicht in meinem Land.“

    Corona-Pandemie

    Das neue Virus Sars-CoV-2 war erstmals Ende Dezember in China entdeckt worden. Seitdem haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit bereits mehr als 512.000 Menschen in 202 Ländern angesteckt, mehr als 23.000 Menschen sind gestorben. Am 11. März stufte die WHO die Corona-Ausbreitung als Pandemie ein.

    In Deutschland sind laut dem Robert-Koch-Institut 48.582 Infektionen (Stand: 28.03.2020 10:10 Uhr) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. 325 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

    *Fernöstliche Föderale Universität Russlands

    sm/sb/mka

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    Tags:
    Zugehörigkeit, Wissenschaftler, Coronavirus