11:55 31 Oktober 2020
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    80 Prozent der russischen Hilfe für Italien sei nutzlos, schrieb die italienische Tageszeitung „La Stampa“ am Donnerstag. Der Autor des Artikels hat nun auf die Kritik von der russischen Seite reagiert. Er antwortete auf einen Brief des russischen Botschafters in Italien, Sergej Rasow, der in „La Stampa“ veröffentlicht wurde.

    Zuvor hatte „La Stampa“ unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen berichtet, 80 Prozent der von Russland bereitgestellten Hilfe an Italien sei im Kampf gegen das Coronavirus nutzlos. In dem Artikel wird behauptet, Moskau verfolge eigennützige Ziele und verspreche sich von dieser Hilfeleistung politischen Profit.

    In seinem offenen Brief betonte der russische Botschafter Sergej Rasow, Moskau berücksichtige in dieser Frage die offiziellen Aussagen der italienischen Regierung. So verwies er auf die Dankbarkeit des Premierministers Guiseppe Conte, die er im Telefongespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin zum Ausdruck gebracht habe.

    Der italienische Außenminister Luigi die Maio habe es sogar für sinnvoll gehalten, die russischen Maschinen persönlich zu empfangen. Der Autor habe also die Leser nicht in die Irre führen dürfen, was die Reaktion hochrangiger italienischer Regierungsvertreter auf die russische Hilfe anbelange.

    Die in dem Artikel gezogene Parallele zwischen der Ankunft russischer Fachkräfte in Italien und dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan im Jahr 1979 sei einfach nur unangebracht und absurd, betonte der Botschafter weiter.

    Russland verfolge mit seiner Hilfe nicht das Ziel, die Beziehungen zwischen Italien und ihren Nato-Partnern zu belasten, betonte der Diplomat. Der Leser möge selbst darüber urteilen, wer dem italienischen Volk in diesen schwierigen Zeiten zur Seite stehe. Rasow erinnerte an dieser Stelle an den bekannten Spruch, der lautet: „Freunde erkennt man in der Not“.
    In Bezug auf die Nutzlosigkeit der russischen Hilfe schlug der russische Botschafter dem Journalisten vor, sich bei den Bergamo-Einwohnern persönlich danach zu erkundigen, wie sie diese Hilfe denn einschätzen würden.

    Autor reagiert auf Kritik

    In seiner Antwort auf den offenen Brief beteuerte der Autor Jacopo Iacoboni, er habe nicht „behauptet“, sondern die Meinung seiner hochrangigen Quellen wiedergeben. Die nennt er allerdings nicht beim Namen. Diese hochrangigen Beamten hätten gegenüber „La Stampa“ eben die Meinung geäußert, dass Russlands Hilfslieferungen größtenteils unnütz seien.

    Auch mit Afghanistan habe er keine „Parallele gezogen“, sondern eine wichtige italienische Militärquelle zitiert.

    Am Ende versichert der Journalist dem russischen Botschafter, das Blatt werde sich auch künftig an das Grundprinzip des Journalismus halten – Unparteilichkeit und Objektivität. Zugleich konnte er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: Man werde es in Italien und insbesondere bei der „La Stampa“ weiterhin niemandem erlauben, einem Journalisten zu sagen, was er oder sie sagen oder nicht sagen darf.

    Präsident der Lombardei zitiert Dante

    Die Medienberichte über die Nutzlosigkeit von Russlands Hilfe haben den Präsidenten der italienischen Region Lombardei, Attilio Fontana, sogar dazu verleitet, den großen italienischen Dichter Dante Alighieri zu zitieren.

    „Es ist eine politische Frage, und ich antworte mit den Worten des Dichters Dante: ,Kein Wort von ihnen; schau, und geh vorüber‘ („Die Göttliche Komödie”, Dritter Gesang)“, so Fontana.

    „Ich sage den Russen, die uns Ärzte und andere Fachkräfte geschickt haben, danke“, fügte er hinzu.

    Russlands Außenministerium spricht von „informationeller Aggression“

    Als „informationelle Aggression“ und „anonyme Propaganda“ bezeichnete die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, den „La Stampa“-Bericht. Auch die humanitäre Hilfe aus Kuba sei Zielscheibe solcher Medienberichte geworden.

    „In Sekundenschnelle tauchen Medienberichte unter Berufung auf unbestätigte Quellen auf, wonach diese Hilfe unnötig ist, und dass dahinter die Politik steckt (…)“, so Sacharowa. Solche Nachrichten weisen ihr zufolge Merkmale von Propaganda wie etwa namentlich nicht genannte Quellen auf. 

    Sie selbst habe Aussagen der italienischen Regierung, der Vertreter der einzelnen Regionen und der einfachen Bürger gehört, die solche Mittel der „Informationskrieges“ mit Verachtung abgetan hätten.

     

    ta/mka

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