19:14 14 Juli 2020
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    Erst waren nur drei Matrosen krank, nach zwei Tagen sind schon 25 Seeleute auf dem Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt mit dem Corona-Virus infiziert – eine Verachtfachung innerhalb von 48 Stunden. Bessere Voraussetzungen für eine Epidemie als die Dienst- und Wohnbedingungen auf dem amerikanischen Kampfschiff kann es auch gar nicht geben.

    Womöglich lässt man den Flugzeugträger gar nicht an die Pier. Das Flottenkommando wäre gut beraten, die USS Theodore Roosevelt mitten in der Bucht vor Anker treiben zu lassen. Helikopter können die Dauerversorgung des Schiffes übernehmen, um auch nur den geringsten Kontakt zwischen Schiffsbesatzung und Festlandpersonal zu verhindern. Der Flugzeugträger hat seine Weltpatrouillen unterbrochen und ist vor einem Navy-Stützpunkt auf der Insel Guam vor Anker gegangen. Das ist immerhin die beste der vielen schlechten Möglichkeiten, schreibt das Portal „The Drive“.

    Die meisten Hafenstädte auf der Welt sind dichtbesiedelte Metropolen. Nicht so Guam: Die Bevölkerung ist in der Mitte und im Norden der Insel konzentriert, während der Stützpunkt der US Navy sich am südlichen Inselzipfel befindet. Mehr noch: Für die Flugzeugträger ist dort eine eigene Pier vorgesehen, die mit der Insel über eine zweispurige Straße verbunden ist. Somit können zumindest Mannschaften auf dem Stützpunkt vor Ansteckungen mit dem Corona-Virus geschützt werden, doch der 5000-köpfigen Crew der USS Theodore Roosevelt kann dieser Abstand keine Hilfe mehr sein.

    ​Der Ausbruch von COVID-19 an Bord des amerikanischen Flugzeugträgers hat eine gänzlich andere Qualität als die Corona-Pandemie auf dem Festland, schreibt „The Drive“. Die Größe der Träger-Mannschaft ist mit der Zahl der Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess vergleichbar (dort verbreitete sich das Virus nach WHO-Angaben vier Mal schneller als in Wuhan, dem Epizentrum der Krankheit). Nur stand den Fahrgästen in den Kabinen des Luxusliners wesentlich mehr Platz zur Verfügung als den Matrosen in den Kajüten der Roosevelt.

    Zwar hat der Flugzeugträger ein Krankenhaus an Bord, doch dieses ist für Infektionskrankheiten nicht ausgerüstet: Der bordeigene Sanitätsdienst ist nur dafür da, einem Kranken bis zur Evakuierung aufs Festland ein Minimum an Versorgung zu bieten. Hinzu kommt, dass die Behandlung der Corona-Infizierten spezielle Geräte (etwa zur Beatmung) erfordert.

    Viele Menschen auf engstem Raum – das ist der größte Infektionsfaktor auf einem Kampfschiff: Hat sich ein Matrose angesteckt, ist eine Epidemie praktisch nicht aufzuhalten. Das ist übrigens einer der Gründe dafür, warum Seeleute fast neurotisch auf die Sauberkeit ihrer Schiffe bedacht sind.

    Die Epidemie an Bord der USS Theodore Roosevelt lässt daran denken, wie gefährdet andere Navy-Mannschaften sind, die in noch engeren und von der Außenwelt komplett isolierten Räumen leben und arbeiten müssen, schreibt „The Drive“. Was würde passieren, wenn beispielsweise an Bord eines strategischen U-Boots der Ohio-Klasse ein Matrose mit Corona infiziert ist? Zwei dieser Boote der US Navy sind immer irgendwo auf den Weltmeeren unterwegs.

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    Tags:
    Coronavirus, Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt