14:33 10 August 2020
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    Eine Französin, bei der die Ärzte drei Wochen lang eine Covid-19-Erkrankung verdächtigen, hat immer noch keine Gelegenheit bekommen, einen Test zu machen, der diese Diagnose bestätigen oder widerlegen würde. Sie teilte gegenüber Sputnik France ihre Erfahrungen mit.

    Safia Monney, die 40-jährige Schauspielerin und Autorin, hat nach eigenen Angaben vor drei Wochen Gesundheitsprobleme bekommen. „Ich fühlte mich nicht sehr schwach“, sagt sie und daher arbeitete sie weiter. Bei ihr sei eine Allergie diagnostiziert und eine „Infektion“ bestätigt worden. Sie habe Cortison und Antibiotika verschrieben bekommen für den Fall, „wenn die Symptome nicht verschwinden“. Ihr Zustand verschlechterte sich jedoch: Die Frau spürte Schmerzen in der Brust und begann zu röcheln. „Ich dachte, ich würde ersticken und sterben“, so Safya.

    „Sie [der Krankenwagen] kamen nur 40 Minuten nach meinem Anruf an. Sie gaben mir eine Maske durch eine angelehnte Tür, die ich aufsetzen musste, bevor sie hereinkamen, um mir die Treppe hinunter zu helfen - ich wohne im fünften Stock. Im Auto haben sie die Temperatur gemessen und gesagt, ich hätte 38 Grad. Und sie waren wie Astronauten gekleidet“, berichtet die Frau.

    „Im Salpetrière-Krankenhaus untersuchte mich eine andere Ärztin und mutmaßte, bei mir könne es sich um ein Coronavirus handeln. Sie stellte mir Fragen über den trockenen Husten, den ich hatte, und über andere ähnliche Dinge. Und sie sagte mir, es handele bei mir um das Coronavirus. Sie verschrieb mir Paracetamol, da es derzeit keine anderen Medikamente gebe. Man hat mir aber keinen Test angeboten. Ich wurde nach Hause geschickt. Ich war auf dem Flur und suchte nach einem Ausweg aus dem Krankenhaus (…) Dann bin ich mit einem Taxi nach Hause gefahren (zum Glück war der Fahrer sehr gut geschützt!)“, sagt Safya.

    Sie musste ein Taxi nehmen, weil man ihr im Krankenhaus nicht vorgeschlagen habe, sie nach Hause zu bringen, obwohl der Arzt mehrmals wiederholte:  „Verlassen Sie das Haus nicht, auch nicht für einen Spaziergang“.

    Im Krankenhaus sei sie völlig ratlos gewesen. „Ich wurde nicht einmal etwas gefragt, ich habe keine Fragen gestellt. Und erst später, am nächsten Tag, dachte ich: Seltsam, dass sie [die Ärztin] mir nicht angeboten hat, einen Test zu machen. Und für mich ist dies ein Problem, da ich unter der Quarantäne stehe, das Haus nicht verlassen kann und nicht weiß, ob ich mit dem Virus infiziert bin oder nicht“, sagt sie weiter.

    Einer der Ärzte vermutete auch, sie habe eine „Panikattacke“. Nach dem Krankenhausbesuch verlässt Safya angesichts der Quarantäne ihr Hause nicht, überwacht ihre Temperatur und andere wichtige Indikatoren. „Jeden Morgen muss ich einen Fragebogen ausfüllen, Temperatur, Puls usw. messen. Ärzte rufen mich an, und das hängt von meinen Antworten auf die Fragen ab. Sie rufen mich ungefähr alle zwei Tage an und fragen, wie es mir geht“, erklärt sie.

    Aber Safya ist immer noch im Dunkeln - Ist sie mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert oder nicht?

    pd/tm

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    Tags:
    Frankreich, Coronavirus