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    Ein Brandbrief an die Führung der Navy: Der Kapitän des Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" bittet seine Vorgesetzten darum, den Großteil seiner Crew an Land schicken zu dürfen. Es gelte, einen „tragischen Ausgang“ zu verhindern. Das Kampfschiff liegt in Guam vor Anker, während sich an Bord die Corona-Infektion ausbreitet wie ein Buschfeuer.

    Als drei Mannschaftsmitglieder der "USS Theodore Roosevelt" positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren, brach der Flugzeugträger seine Einsatzfahrt im Westpazifik ab und steuerte einen Navy-Stützpunkt auf der Insel Guam an. Am 26. März ist das Schiff dort angekommen, und nur wenige Tage später richtet Captain Brett Crozier einen Brief an die Führung der US-Marine.

    „Wir sind nicht im Krieg. Seeleute sollten nicht sterben“, schreibt er laut dem Portal „The Drive“. „Wenn wir jetzt nicht handeln, dann scheitern wir damit, uns angemessen um den größten Vermögenswert zu kümmern, den wir haben: Unsere Seeleute.“ Entschlossenes Handeln sei jetzt erforderlich, um einen „tragischen Ausgang“ zu verhindern. Die Echtheit des Schreibens ist laut dem Portal von einem ranghohen Offizier an Bord des Trägers bestätigt worden.

    Zwischen 150 und 200 Mitglieder der Träger-Crew sind inzwischen mit dem Corona-Virus infiziert, schreibt „The Drive“ mit Verweis auf Medienberichte aus den USA. Sein Hauptanliegen sei, so Captain Croizer weiter, dass die Navy es ihm nicht erlaube, den Großteil seiner 4000-köpfigen Mannschaft zu evakuieren. Nur Seeleute, bei denen Covid-19 nachgewiesen wurde, seien zur Behandlung in Einrichtungen auf Guam überführt worden.

    Es bleibt auch dieses Problem:

    „Aufgrund der natürlichen Raumeinschränkungen an Bord eines Flugzeugträgers … setzt sich die Ausbreitung der Krankheit beschleunigt fort“, schreibt Croizer.

    In der Tat leben die Mannschaften auf Flugzeugträgern und anderen Kampfschiffen der Navy in beengten Platzverhältnissen, was das Risiko von Epidemien an Bord zusätzlich befeuert, so das Portal.

    Croizer bittet bewusst darum, einen Großteil – nicht alle – seiner Mannschaftsmitglieder an Land zu bringen. Eine Kernbelegschaft von ungefähr zehn Prozent der 4000 Köpfe soll an Bord des Flugzeugträgers bleiben, um dessen kritische Anlagen (die beiden Kernreaktoren zum Beispiel) zu versorgen und zu schützen.

    Inzwischen aber gibt es ein Update zur Lage um die "USS Theodore Roosevelt", schreibt „The Drive“. Damit die Crew auf das Corona-Virus getestet werden kann, hat die Navy-Führung einem Austausch der Mannschaft im Rotationsverfahren zugestimmt: Ein Teil der Seeleute geht an Land, wird getestet und geht dann wieder aufs Schiff, während ein anderer Teil der Seeleute das Schiff verlässt, um getestet zu werden.

    Wie wirksam dieses Verfahren ist, muss sich erst zeigen, schreibt „The Drive“. Wohin die Crew evakuiert werden kann und wie die Infizierten von Gesunden zu separieren sind, bleibt laut dem Portal eine offene Frage. Hinzu kommt: Der US-Verteidigungsminister scheint den Hilferuf von Captain Croizer (der die Verantwortung für 4000 Seeleute und eines der mächtigsten Kriegsschiffe der Navy trägt) selbst Stunden nach der Veröffentlichung nicht gelesen zu haben. „Irritierend“, so „The Drive“.

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    Tags:
    U.S. Navy, US-Navy, Coronavirus, USA, Guam, Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt