02:06 24 September 2020
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    Ein U-Boot der niederländischen Marine musste den Patrouilleneinsatz in der Nordsee abbrechen: Bei einem Viertel der Besatzungsmitglieder ist das Coronavirus festgestellt worden. Kampfschiffe werden zu Hotspots der Corona-Pandemie.

    15 der 58 Crewmitglieder an Bord des niederländischen U-Boots „MS Dolfijn“ haben das Virus, berichtet „Dutch News“. Sie zeigen die typischen Symptome: Husten und Fieber. Das Boot kehrt zwei Wochen früher als geplant zu seiner Heimbasis Den Helder zurück. Die Mannschaft wird unter Quarantäne gesetzt.

    Coronavirus trifft Kampfschiffe überall

    Kampfschiffe seien von COVID-19 besonders bedroht, weil sich an Bord die besten Voraussetzungen für eine Ausbreitung des Virus bieten würden, schreibt das Portal „The National Interest“ (NI). Beispielsweise hat Russlands Marine kürzlich die Besatzung des U-Boots „Orjol“ komplett in Quarantäne versetzt. U-Boote dieser Klasse haben üblicherweise eine 112 Mann starke Crew an Bord, so das Portal.

    Wegen beengter Platzverhältnisse stehen Menschen an Bord eines Kampfschiffs in sehr engem Kontakt miteinander, was die Virus-Ausbreitung beschleunigt. Unzureichende Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Infizierte erschweren die Situation zusätzlich.

    Auch mehrere Kampfschiffe der US Navy sind vom Coronavirus betroffen, schreibt „The National Interest“. Wohl am härtesten hat es den Flugzeugträger „USS Theodore Roosevelt“ erwischt: Das Schiff mit rund 4.000 Seeleuten liegt in Guam vor Anker, während an Bord das gefährliche Virus um sich greift. Laut gestrigen Berichten waren bereits bis zu 200 Besatzungsmitglieder infiziert.

    Schiffskommandant Captain Brett Crozier hat inzwischen in einem Brandbrief an die Navy-Führung appelliert, die Seeleute zu evakuieren:

    „Wir sind nicht im Krieg und können es daher nicht zulassen, dass auch nur ein einziger Seemann infolge dieser Pandemie unnötigerweise umkommt. Entschlossenes Handeln ist jetzt erforderlich“, schreibt der Offizier laut mehreren US-Medien.

    Die Navy-Führung hat Medienberichten zufolge inzwischen reagiert: „Das Problem ist, dass es auf Guam zurzeit nicht genügend Betten gibt. Wir müssen mit der dortigen Regierung sprechen, um vielleicht Räumlichkeiten in Hotels zu bekommen oder zeltartige Einrichtungen zu schaffen“, erklärte Navy-Staatsminister Thomas Modly laut „NI“.

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    Tags:
    Coronavirus, Nordsee, Niederlande, NATO, US-Navy, Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt