11:21 05 August 2020
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    Als Schutzmaßnahme im Kampf gegen das Coronavirus wurde der Flugverkehr stark eingeschränkt. Dies wiederum bringt weitere Folgen mit sich: Durch die fehlenden Messdaten von Sensoren, die an Flugzeugen angebracht sind, ist es schwieriger geworden, das Wetter vorherzusagen. Fehlende Daten erschweren auch die Prognose von Unwettern und Stürmen.

    Immer schwieriger sei es momentan, Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen zu treffen. Grund dafür ist der eingeschränkte Flugverkehr, der im Kampf gegen das Coronavirus deutlich reduziert wurde. Laut der Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ würden jetzt all jene Daten fehlen, die von Sensoren der Flugzeuge stammen.

    Diese Sensordaten von Flugzeugen enthalten viele Informationen, die zu einer Wetterprognose führen. Sie erfassen Temperaturen, die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung, die Luftfeuchtigkeit und Angaben zu Turbulenzen. Um ein akkurates Wettermodell zu erstellen, benötigen Wetterdienste so viele Daten wie möglich – und diese seien laut der Weltwetterorganisation (WMO) von 700.000 Daten täglich auf wenige Tausend gesunken.

    Kompensation wenig hilfreich

    Um dies bestmöglich zu kompensieren, versuchen Wetterstationen, wie beispielsweise in Payerne, mehr Wetterballons aufsteigen zu lassen. Natürlich werde das den Daten, die sonst bei langen Flügen gesammelt werden, nicht gerecht.

    Insgesamt werden laut Angaben des WMO Daten von fast 70 Satelliten, über 10.000 Wetterstationen am Boden, 1000 Bojen, 7000 Schiffen, 1000 Stationen, die für Luftdatenmessungen zuständig sind, gesammelt. Hinzu kommen hunderte Wetterradaranlagen und schließlich die 3000 kommerziellen Flugzeuge mit besonderer Ausstattung.

    Gefahr von Wetterkatastrophen

    Am Mittwoch sprach Lars Peter Riishojgaard, Fachgruppenleiter bei der WMO, über die neuen Bedingungen. „Wenn noch weniger Wetterdaten von Flugzeugen geliefert werden und dies über einen längeren Zeitraum, dürfte die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen abnehmen“, so Riishojgaard. Dies sei vor allem kritisch im Zusammenhang mit größeren Unwettern und Stürmen. Ländern, die Vorlauf benötigen, um sich auf Wetterkatastrophen zu wappnen, bereite diese Ungewissheit ein Risiko.

    Außerdem werden immer mehr Anlagen aufgrund der Krise auch vernachlässigt. Auch wenn die meisten Daten von Wettersatelliten und Bodenstationen automatisiert sind, so benötige es dennoch Personal für Wartungen und Reparaturen. In Entwicklungsländern werden zudem die meisten Daten von Wetterstationen manuell aufgeschrieben und in Modelle gespeist. Auch diese Beobachtungen hätten laut der WMO deutlich abgenommen.

    lm

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    Tags:
    Coronavirus, Prognose, Wetterbericht, Unwetter, Wetter